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Alkohol bei Typ-1-Diabetes

Leseranfrage:
Ich bin seit meiner Kindheit Typ-1-Diabetikerin und habe ernährungstechnisch schon sehr unterschiedliche Empfehlungen erhalten. Inzwischen habe ich meinen eigenen Ernährungsplan gefunden (ausgewogene Mischkost, viel Obst und Gemüse, Vollkornprodukte etc.). Gerne trinke ich manchmal ein Gläschen Wein. Doch wie schätze ich die Wirkung auf meinen Blutzuckerspiegel richtig ein? Macht es einen Unterschied, ob ich Weiß- oder Rotwein trinke?

Expertenstatement des Verbands der Diaetologen Österreichs:

Sehr geehrte Frau S.! Vielen Dank für Ihre spannende Frage. Grundsätzlich ist es auch für Sie als Diabetikerin nicht verboten, hin und wieder ein alkoholisches Getränk zu genießen. Für den Alltag kann man folgende Tipps weitergeben:

  • Wichtig ist, bei einem Drink pro Tag zu bleiben. Ein Drink entspricht 100 ml Wein oder Sekt oder einem kleinen Bier (330 ml = 1 Seidel) oder einem kleinen Schnaps (2 cl).
  • Verzichten Sie auf süße Alkoholika wie Cocktails, Dessertweine, Punsch, Glühwein etc. Diese können zusätzlich zum Alkohol auch aufgrund ihres hohen Zuckergehaltes zu massiven Blutzuckerschwankungen führen.
  • Genießen Sie das alkoholische Getränk zu einer kohlenhydratreichen Mahlzeit, um einem eventuellen Blutzuckerabfall durch Alkohol vorzubeugen.
  • Berechnen Sie alkoholische Getränke nicht in Broteinheiten und verabreichen Sie kein Insulin dafür. Es kann zwar zu einem ersten Anstieg des Blutzuckers durch den Zucker des alkoholischen Getränks kommen, er kann aber später absinken. Alkohol hemmt nämlich die Zuckerausschüttung aus der Leber. Somit ist es auch ratsam, mit der Korrektur von hohen Blutzuckerwerten nach Alkoholkonsum vorsichtig zu sein.
  • Um Erfahrung über die Wirkung von alkoholischen Getränken auf Ihren Blutzucker zu sammeln und einen Abfall des Blutzuckers frühzeitig zu erkennen, hilft es, beim Konsum von Alkohol häufiger den Blutzucker zu messen (auch nachts). Alkohol wirkt oft Stunden später nach.
  • Vermeiden Sie alkoholische Getränke vor, während und nach sportlicher Aktivität, um schwere Hypoglykämien zu vermeiden.

Jeder Diabetiker reagiert unterschiedlich auf alkoholische Getränke. Auch der Zeitpunkt und die Menge machen Unterschiede. Gibt es Unterschiede zwischen Weiß- und Rotwein? Die Unterschiede beziehen sich hier eher auf den Alkohol und Zuckergehalt. Je mehr Restzuckergehalt im Wein ist, desto wahrscheinlicher steigt der Blutzucker hoch an. Der Alkoholgehalt bestimmt den Blutzuckerabfall. Die beste Hilfestellung bietet die häufige Blutzuckermessung.

Quelle: BDÖ 1/2011

14.07.11

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