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Experteninterview mit Univ.-Prof. Dr. Martin Borkenstein

Univ.- Prof. Dr. Martin Borkenstein, Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat von Befund Diabetes, ist Leiter der Diabetologie der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde Graz

Herr Prof. Borkenstein, warum haben Sie sich für den Arztberuf entschieden und was hat Sie bewogen, sich auf die Diabetologie zu spezialisieren?

Aus einer Ärztefamilie stammend war die Medizin für mich schon als Kind ein gewohntes Thema, das mich immer schon fasziniert hat. Auch frühzeitig habe ich so von interessanten Fragestellungen und kurativen Themen erfahren. Der Stoffwechsel und besonders die Erkrankungen des Formenkreises Diabetes haben mich bereits während der Studienzeit besonders interessiert.

Was ist Ihnen besonders wichtig im Umgang mit Ihren Patienten?

Ich habe die Kinderheilkunde gewählt, obwohl es in einigen Lebensperioden nicht einfach ist, Kontakt mit den Patienten zu bekommen. Besonders wichtig erscheint mir, eine Vertrauensbasis mit den Patienten aufzubauen, bei Kindern und Jugendlichen mit Diabetes erscheint mir das essenziell.

Worin sehen Sie das größte Problem bezüglich der wachsenden Anzahl von Betroffenen?

Mehr Patienten bedingen natürlich auch einen höheren Zeitaufwand und einen Mehrbedarf an Personal. Letzterem wird vom Dienstgeber nicht Rechnung getragen und die Belastung des Teams (Arzt, Schwester, Diaetologe, Psychologe, Sozialarbeiter etc.) wird zunehmend größer, die Betreuungsmöglichkeiten für die Patienten werden nicht wirklich besser, sondern sogar eingeschränkt …

Was sind Ihrer Ansicht nach Irrtümer in Bezug auf Diabetes und seine Behandlung?

Als Pädiater bin ich natürlich in allererster Linie mit dem Typ-1-Diabetes konfrontiert. Es ist für mich immer wieder traurig zu sehen, dass viel zu wenig Verständnis für diese Erkrankung in diesem Lebensalter besteht. Das beginnt bei der zu spät erkannten Erkrankung und reicht bis zur fehlenden Einsicht für die spezifischen Behandlungsbedürfnisse meiner Patienten.

Welches sind aus Ihrer Sicht die erfolgversprechendsten Forschungsansätze in der Diabetes-Therapie?

Um es ehrlich zu sagen: Für unsere Patientengruppe sehe ich derzeit wenig realistische Forschungsansätze hinsichtlich neuer Therapien. Die Entwicklung weiterer Insulinanaloga und die Closed-Loop-Insulinsubstitution werden aber sicher früher oder später weitere Fortschritte bringen.

Welche Rolle spielen Patientenmagazine, z. B. Befund Diabetes, bei der Aufklärung und Deckung des Informationsbedarfs der Betroffenen?

Magazine dieser Art haben sicherlich, wenn fachlich korrekt aufbereitet, einen Stellenwert hinsichtlich der Information für die Patienten. Der Inhalt mancher Magazine muss aber fachlich oft hinterfragt werden.

Herr Prof. Dr. Borkenstein, wir danken Ihnen für Ihre Erläuterungen.

Quelle: BDÖ 2/2011

17.12.11

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