- Anzeige -
Curado.de Logo

Sie sind hier: Startseite - Krankheiten - Infektionskrankheiten - Andere Infektionskrankheiten - News - Finger weg von aufgeblähten Konservendosen

Finger weg von aufgeblähten Konservendosen

Gefahr einer lebensgefährlichen Botulinus-Vergiftung – Bei ersten Symptomen umgehend ins Krankenhaus

Wenn Einmachgläser nicht luftdicht verschlossen wurden oder wenn Konservendosen aufgebläht sind, sollte der Inhalt auf keinen Fall mehr gegessen werden. Denn sonst drohe eine lebensgefährliche Botulinus-Vergiftung, warnt der Berufsverband Deutscher Neurologen. Erste Anzeichen seien Unwohlsein, Durchfall und Erbrechen, später dann Sehstörungen und eine Erweiterung der Pupillen. Spätestens jetzt müsse der Patient umgehend in ein Krankenhaus und mit Gegengiften behandelt werden.

- Anzeige -

«In den ersten zwölf bis 24 Stunden nach der Vergiftung kommt es vor allem zu Beschwerden im Magen-Darm-Trakt, später folgen dann die charakteristischen Lähmungserscheinungen – beispielsweise der Augenmuskulatur», erklärt der Neurologe Curt Beil. Es folgten weitere Lähmungserscheinungen der Lippen-, Zungen-, Gaumen- und Kehlkopfmuskulatur – eine sogenannte Bulbärparalyse. Dies führe zu Sprach- und vor allem zu Schluckstörungen, mit der Gefahr, dass Speisen, Getränke oder Speichel in die Atemwege gelangen könnten.
Sterblichkeit auf 10 bis 15 Prozent zurückgegangen

Botulinum-Gift bindet laut Beil nach der Aufnahme in den Körper rasch an neuromuskuläre Synapsen, wo es die Freisetzung des Botenstoffs Acetylcholin verhindert und eine Lähmung entsprechender Muskeln bewirkt. «Je kürzer die Inkubationszeit – also die Zeitspanne, bis erste Beschwerden auftreten – desto schwerwiegender ist auch die Vergiftung», warnt der Experte. Sehr problematisch sei eine Blockade der Atemmuskulatur, die unbehandelt zum Erstickungstod führen könne sowie zum Stillstand des Herzmuskels.

«Eine wirksame Behandlung besteht in der Gabe von Gegengiften, welche die frei im Blut befindlichen Botulinum-Bestandteile unschädlich machen können», erklärt Beil. Seit Einführung dieser Antitoxine sei die Sterblichkeit, die früher bei bis zu 90 Prozent gelegen habe, auf etwa 10 bis 15 Prozent zurückgegangen.

Botulinus zählt zu den giftigsten Stoffen, die in der Natur vorkommen. Es wird von dem Bakterium Clostridium botulinum gebildet, das sich ohne Sauerstoff besonders gut entwickelt. Die Giftaufnahme bei Menschen und Haustieren erfolgt meist über nachlässig hergestellte Fleisch- oder Fischkonserven. In Deutschland werden dem Robert Koch-Institut jährlich rund 20 Fälle gemeldet.

Quelle: Neurologen im Netz

18.10.09

Newsletter An-/Abmeldung

Code: SDFG

- Anzeige -

Kliniken in Ihrer Nähe

Schriftzug Anzeige