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Fußheberschwäche

Eine Fußheberschwäche hat auch den umgangssprachlichen Namen Steppergang. Sie ist dadurch gekennzeichnet, dass der Patient beim Gehen mit dem betroffenen Fuß über den Boden schleift, er ihn also nicht normal anheben kann. Sie entsteht in der Regel aufgrund einer Lähmung bestimmter Muskeln, nämlich derer, die für die Dorsalflexion des Fußes, also die Beugung in Richtung Fußrücken, verantwortlich sind. Ursache einer solchen Fußheberschwäche ist in den meisten Fällen eine Störung des Zentralen Nervensystems, die häufig durch einen Schlaganfall entsteht. Auch ein Schädel-Hirn-Trauma kann dies bewirken. Zudem kommen weitere Erkrankungen in Betracht, zum Beispiel ein Bandscheibenvorfall oder Multiple Sklerose.

Therapie der Fußheberschwäche

Zur Therapie einer Fußheberschwäche zählt natürlich in erster Linie eine Physiotherapie. Da in den meisten Fällen der Fußheberschwäche nach einem Schlaganfall eine Hemiparese zugrunde liegt, ist nur eine unvollständige Lähmung vorhanden. Durch gezielte Übungen, die allerdings viel Durchhaltevermögen und Geduld vom Patienten erfordern, kann die Beweglichkeit nach einem Schlaganfall häufig verbessert werden.

Orthesen

Neben einer Physiotherapie können auch so genannte Orthesen verschrieben werden. Dabei handelt es sich um industriell oder durch Orthopädietechniker hergestellte medizinische Hilfsmittel, die der Unterstützung nur eingeschränkt funktionierender Körperteile dienen. So wurden speziell für Schlaganfallpatienten verschiedene Orthesen entwickelt, unter anderem auch für einen Einsatz bei einer bestehenden Fußheberschwäche.

Leidet ein Patient nach einem Schlaganfall unter einer Fußheberschwäche, ist aber prinzipiell in der Lage, selbstständig zu gehen, so kann eine Fußheberorthese eingesetzt werden. Sie wird im Bereich des Unterschenkels angebracht und unterstützt das Heben des Fußes durch einen eingebauten Federmechanismus.

Elektrische Muskelstimulation

Ein weiteres Verfahren, dass bei der Fußheberschwäche erfolgreich angewendet wird, ist die elektrische Muskelstimulation. Dazu ist ein operativer Eingriff notwendig, der aber mit ca. 45 Minuten von eher kurzer Dauer ist und ambulant durchgeführt wird.

Es wird ein Stimulator (Neuroimplantat) unter die Haut implantiert, der die unzureichende Kontrolle des Fußhebens während des Gehens kompensiert.

Dadurch wird das Gangbild entscheidend verbessert und viele Patienten erlangen ihre verloren gegangene Sicherheit beim Gehen zurück. Das Verfahren nutzt dabei aus, dass die Nervenbahn im Bein an sich völlig intakt ist. Nach dem Schlaganfall ist es das Zentrale Nervensystem, das geschädigt ist, weshalb die Signale aus dem Gehirn nicht oder nur unvollständig an die jeweilige Nervenbahn weitergegeben werden. Diese Signale werden nun vom Neuroimplantat gegeben, der im Hüftbereich aktiviert wird. Im Fersenbereich befindet sich ein Signalgeber, der den richtigen Moment im Gangzyklus zur Stimulation ermittelt. Dann wird ein Signal gesetzt, welches die Fußhebermuskulatur kontrahieren lässt und so den Fuß anhebt.

Lydia Köper

04.04.11

Fußheberschwäche
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