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Der zu Grünem Star (Glaukom) führende erhöhte Augeninnendruck kann jetzt mit einer schonenden Operation langfristig gesenkt und damit die Augenerkrankung verhindert werden. Der Grüne Star ist die zweithäufigste Erblindungsursache in Deutschland.
Der minimal-invasive Eingriff wird mit dem sogenannten Trabektom durchgeführt. Dieses neue Instrument ist kaum größer als ein Kugelschreiber. An seiner Spitze befinden sich ein winziges Elektromesser sowie ein Absaug- und ein Infusionskanal. Damit entfernen die Augenärzte durch einen nur 1,6 Millimeter breiten Schnitt in der Hornhaut das sogenannte ?Trabekel-Maschenwerk? im Auge. Häufig ist eine Verhärtung dieses Geflechts der Grund dafür, dass das Kammerwasser nicht ungehindert abfließt und der Augeninnendruck steigt. Der minimal-invasive Eingriff wird in örtlicher Betäubung durchgeführt und dauert nur etwa zehn Minuten.
An der Universitäts-Augenklinik Freiburg, dem ersten Trabektomzentrum Europas, operieren die Augenärzte bereits seit zwei Jahren mit dem neuen Instrument. Mittlerweile haben sie etwa 300 Patienten auf diese Weise behandelt, ohne dass ernste Komplikationen aufgetreten sind. “Je nach Art des Glaukoms können wir den Augeninnendruck auf diese Weise um bis zu 40 Prozent senken. Auch die Menge der drucksenkenden Augentropfen lässt sich deutlich reduzieren: Nach dem Eingriff benötigen die Patienten nur etwa halb so viele wie zuvor”, berichtet Dr. Jens Jordan, Leiter des Schwerpunktes Glaukom der Freiburger Klinik.
In Deutschland leiden etwa 800 000 Menschen an einem Glaukom. In den meisten Fällen gelingt es, mit Augentropfen den Druck im Augeninneren zu senken und so das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten. Reicht die medikamentöse Behandlung nicht aus, wird das Auge operiert. Als Standardverfahren gilt bisher die sogenannte Trabekulektomie: Der Operateur schneidet die Bindehaut großflächig auf, um darunter einen künstlichen Abflussweg für das Kammerwasser zu schaffen. Denn staut sich dieses an, erhöht sich der Druck im Augeninneren. Zwar ist dieser Eingriff recht effizient, aber mit gewissen Risiken verbunden. Zudem erfordert diese Methode eine intensive Nachbehandlung. Bei der Methode mit dem Trabektom ist dem nicht so.
Quelle: Medical Press
11.09.11