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Harnverlust

Menschen, die unter unwillkürlichem Harnverlust oder Harninkontinenz leiden, können den Urinabgang willentlich nicht mehr richtig steuern. Während dies im Kleinkindalter noch akzeptiert wird, lernt jedes Kind später, dass man sich nicht „in die Hose macht“. Gerade aus diesem Grund ist Harninkontinenz zwar ein sehr häufiges, aber weitgehend mit Tabu behaftetes Thema. Etwa jeder zehnte Mann und jede vierte Frau macht Erfahrungen mit Harninkontinenz. Mit zunehmendem Alter wächst sogar die Wahrscheinlichkeit, den Urinabgang nicht mehr steuern zu können: Nahezu jeder dritte heute in einem Land der westlichen Welt lebende Mensch muss laut Robert-Koch-Institut (RKI) damit rechnen, jenseits des 70. Lebensjahres inkontinent zu werden. Damit die Harnausscheidung gut funktioniert, müssen verschiedene Faktoren gut zusammenspielen: Die Nieren im hinteren Bauchraum produzieren fast ständig Urin. Dieser wird über die Harnleiter an ein großes „Sammelbecken“, die Harnblase, abgegeben. Erst wenn diese gut gefüllt ist, entsteht der Harndrang. Der Mensch kann nun im besten Falle geplant und kontrolliert den Schließmuskel am Ausgang zur Harnröhre öffnen und Wasser lassen. Damit dies funktioniert, müssen jedoch Muskeln, Nerven, Rückenmark und Gehirn gut zusammenarbeiten. Sobald eines der beteiligten Organe in seiner Funktion gestört ist, kann es zu Harninkontinenz kommen.

Dabei unterscheidet man verschiedene Arten: Bei der Belastungs- oder auch Stressinkontinenz verlieren Betroffene aufgrund von körperlicher Belastung unwillkürlich Harn. Dies kann beim Tragen, beim Laufen, Husten, Niesen oder auch beim Treppensteigen passieren. Der Grund ist meist eine Funktionsstörung des Harnröhrenschließmuskels – oftmals kombiniert mit einer Schwäche der Beckenbodenmuskulatur. Stressinkontinenz kommt daher bei Frauen wesentlich häufiger als bei Männern vor. Eine weitere Art der Harninkontinenz ist die Dranginkontinenz, bei leichteren Form auch Reizblase genannt: Im Gegensatz zur Stressinkontinenz ist hier meist der Harnröhrenschließmechanismus intakt. Der Blasenmuskel ist jedoch überaktiv, so dass die Harnblase nicht mehr viel Urin aufnehmen kann und die Betroffenen sehr schnell Harndrang verspüren. Typisch ist, dass sie sehr häufig die Toilette aufsuchen müssen.

Bei der Reflexinkontinenz liegt eine Störung der Nerven vor. Dadurch ist der Urinabgang fehlgesteuert, die Betroffenen lassen unkontrolliert Wasser, und es verbleibt Restharn in der Blase.
Bei der sogenannten Überlaufinkontinenz gibt es ein Abflusshindernis im Bereich des Harnblasenausgangs, oftmals ist dies eine vergrößerte Vorsteherdrüse (Prostata). Dadurch entleert sich die Blase nicht vollständig. Wenn nun Urin aus der Niere hinzukommt, kann es passieren, dass die Harnblase „überläuft“ und Urin tröpfchenweise abgeht. Diese Form der Harninkontinenz betrifft vor allem Männer.

25.02.11

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