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In Deutschland gilt die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO), Mädchen zwischen zwölf und 17 Jahren gegen Humane Papillomviren (HPV) zu impfen. Doch auch bei älteren Frauen ist die Impfung verträglich und krebspräventiv.
„Auch Frauen nach dem 17. Lebensjahr haben einen Nutzen von der HPV-Impfung. Insbesondere solche, die sexuell aktiv sind und wechselnde Geschlechtspartner haben, tragen ein höheres Risiko für HPV-Infektionen. Aber auch Frauen, die bislang nicht HPV-infiziert sind und die nach einer festen Beziehung einen neuen Partner haben können vom Impfschutz profitieren“, meint Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF) in München. „Sie sollten sich von ihrem Arzt über die Möglichkeit und die Wirksamkeit der Immunisierung aufklären lassen, um für sich entscheiden zu können, ob sie die Impfung durchführen lassen wollen.“
Ab dem 18. Lebensjahr werden die Kosten der Impfung allerdings in der Regel nicht mehr von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen – nur einzelne Kassen erstatten bis zu einem Alter von 26 Jahren. Die Impfung ist rein prophylaktisch und trägt nicht zur Behandlung von HPV-Infektionen oder HPVbedingten Zellveränderungen bei. Sie bietet daher für Mädchen und Frauen den größten Nutzen, die sich noch nicht mit den HP-Viren infiziert haben. „Doch auch Frauen, die schon Geschlechtsverkehr gehabt haben, können von einer HPV-Impfung profitieren.
Selbst nach einem nachgewiesenen positiven HPV-Test profitieren Frauen dann von einer Impfung, wenn der Virusbefall – in 90% der Fälle spontan abheilt und – wieder negativ wird. „Beim Zweifachimpfstoff sind das HPV 16 und 18 und beim Vierfachimpfstoff zusätzlich die beiden Warzenviren-Typen 11 und 6 enthalten“, erklärt Dr. Albring. „Auch haben Studien gezeigt, dass Frauen, die wegen einer HPV-Infektion am Gebärmutterhals operiert werden mussten, nur ein halb so großes Risiko dafür haben, dass die problematischen Zellveränderungen erneut auftreten.“ Der persönliche Nutzen sollte daher ausführlich mit dem Frauenarzt besprochen werden.
Frauen infizieren sich mit zunehmendem Lebensalter seltener neu mit HP-Viren. Bei Ihnen steigt gegenüber jüngeren Frauen jedoch das Risiko, das HPV-Infektionen chronisch verlaufen. Eine chronische HPV-Infektion erhöht das Risiko für Zellveränderungen am Gebärmutterhals aus denen Krebs entstehen kann. Humane Papillomviren werden in der Regel beim Sexualkontakt über die infizierte (Schleim-) Hautoberfläche übertragen. Allein in Deutschland erkranken jährlich bis zu 5000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs – rund 1.700 sterben pro Jahr daran.
Quelle: MONKS-Ärzte im Netz
01.11.11