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Kinder mit angeborenen Fehlbildungen haben dank moderner Kinderchirurgie eine wesentlich höhere Überlebensrate und bessere Lebensqualität als früher. Dennoch ist die Behandlung oft schwierig und langwierig. Etwa fünf bis sieben Prozent aller in Deutschland geborenen Kinder weisen eine Fehlbildung auf. Ein Drittel davon ist so schwerwiegend, dass die Säuglinge noch im Geburtsmonat operiert werden müssen. Bereits in den ersten Lebensstunden oder Lebenstagen werden vor allem Verschlüsse der Speiseröhre und des Darmes, Bauchwanddefekte, Zwerchfellbrüche und Lungenfehlbildungen behandelt.
“Moderne mikrochirurgische kindgerechte Operationstechniken, der Einsatz der minimal invasiven Chirurgie und vor allem auch die verbesserte intensivmedizinische Betreuung der Kinder vor und nach der Operation ermöglichen, dass viele betroffene Kinder heute überleben und ohne schwerwiegende Einschränkungen aufwachsen”, erklärt Professor Udo Rolle, Chefarzt der Kinderchirurgie im Universitätsklinikum in Frankfurt. “Erhebliche Fortschritte konnten wir beispielsweise bei der Behandlung von Kindern mit fehlendem Darmausgang oder falsch angelegter Harnröhrenöffnung erzielen, gerade was die Kontrolle ihrer Ausscheidungen angeht. Damit ist es uns gelungen, ihre Lebensqualität deutlich zu verbessern”, berichtet der Experte weiter.
Lange, belastende Krankenhausaufenthalte sind aufgrund der modernen OP-Methoden häufig nicht mehr notwendig. Dennoch ist die Behandlung angeborener Fehlbildungen trotz aller medizinischer Fortschritte oft schwierig und langwierig. Leider kann auch nicht jedem kleinen Patienten befriedigend geholfen werden: Einige Kinder bleiben lebenslang schwer beeinträchtigt. Um hier weitere Fortschritte zu erzielen, fordert Rolle mehr Investitionen vom Staat: “Diagnose und Prävention schwerwiegender Fehlbildungen, ihre bestmögliche Therapie und Hilfe für betroffene Kinder und Eltern sind zentrale Aufgaben des Gesundheitssystems. Unser erklärtes Ziel ist es, allen Kindern die Teilhabe am beruflichen wie gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen”.
Quelle: Medical Press
11.09.12