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Selen

Selen ist ein essenzielles Spurenelement für den menschlichen Organismus. Der Körper speichert Selen in der Leber, der Niere, im Skelett und in der Muskulatur, kann es aber nicht selbst bilden. Aus diesem Grund muss Selen täglich über die Nahrung aufgenommen werden. Das Spurenelement hat sehr wichtige Funktionen im menschlichen Körper. Es ist aktiv an der Entgiftung der Organe beteiligt und ist Bestandteil von unterschiedlichen Enzymen, die im Organismus gegen freie Radikale vorgehen. Selen aktiviert die Hormone der Schilddrüse und spielt außerdem eine sehr wichtige Rolle im Aufbau des körpereigenen Immunsystems. Selen ist außerdem in der Haut aktiv – es schützt vor schädlicher UV-Einstrahlung. Vorzeitiger Zellalterung soll durch Selen entgegengewirkt werden.

Selen ist in Gesteinen und im Erdboden enthalten, auf diesem Weg tritt es in die Nahrungskette ein. Von den Pflanzen wird es aufgenommen, die Tiere nehmen Selen über die Pflanzen auf.

Der tägliche Bedarf von Selen ist abhängig vom Lebensalter und den Lebensumständen. Bei gesunden Erwachsenen geht man von etwa 70 µg (Mikrogramm) Selen pro Tag aus. Ein erhöhter Bedarf liegt allerdings bei Rauchern vor, sowie bei Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist. Auch ältere Menschen haben aufgrund ihrer typischen Erkrankungen einen höheren Bedarf an Selen. Der Körper speichert ungefähr 15 mg Selen in den Muskeln, in den Nieren, im Herzen und in der Leber. Überflüssiges Selen wird über den Urin ausgeschieden.

Im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung, die aus gesunder Mischkost besteht, wird dem Körper eines gesunden Erwachsenen Selen in einer ungefähr ausreichenden Menge zugeführt. Doch gerade bei den genannten Risikogruppen wie Rauchern, älteren Menschen oder Menschen mit einem schwachen Immunsystem liegt der Bedarf u. U. wesentlich höher und kann nicht durch die Ernährung gedeckt werden. Ältere Menschen ernähren sich zudem meist recht einseitig, sodass gerade bei ihnen nicht selten ein Mangel vorliegt.

Als sehr gute Lieferanten für Selen gelten Fleisch, Leber, alle Produkte aus Getreide, Fisch, Milch und Milchprodukte, frisches Gemüse und Nüsse. Vegetarier und Veganer leiden sehr häufig an einem Selenmangel, aber auch Menschen mit einer Laktoseintoleranz sind häufig unterversorgt, weil sie Milch und Milchprodukte auf ihrem Speiseplan meiden müssen. Veganer sind besonders häufig von Selenmangel betroffen, denn sie lehnen alle tierischen Produkte in ihrer Ernährung ab – es sind aber gerade die tierischen Produkte, die als hervorragende Selenlieferanten gelten. Auch wenn die Ernährung relativ eiweißarm ist, kann es zu einem Mangel an Selen kommen, denn Selen wird am besten an Eiweiß gebunden vom Organismus aufgenommen und verwertet.

Ein Selenmangel bewirkt ein geschwächtes Immunsystem, das sich durch eine hohe Infektanfälligkeit bemerkbar macht. Erkrankungen des Herzmuskels können durch einen Mangel an Selen ausgelöst werden. Häufig wirken die Haare dünn und glanzlos, die Nägel können weiße Flecken aufweisen.

Überdosierungen und Vergiftungen mit Selen kommen sehr selten vor und sind, falls überhaupt, kaum auf die orale Einnahme von Selen in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zurückzuführen. Bis zu 200 Mikrogramm Selen pro Tag gelten noch als vollkommen ungiftig, auch über einen längeren Zeitraum. Es gibt zahlreiche Selenverbindungen und grundsätzlich treten akute Vergiftungen nur durch das Einatmen von Selenwasserstoff auf, denn dieser ist sehr giftig. Der Atem eines mit Selen vergifteten Menschen riecht nach Knoblauch. Verdauungsstörungen, Haarausfall und Kopfschmerzen können ebenfalls Symptome sein. Die Zähne können sehr anfällig für Karies werden.

Grundsätzlich sollten jedoch ohne ärztliche Empfehlung keine selenhaltigen Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden. Die Wichtigkeit des Spurenelements im menschlichen Körper und die Funktionen von Selen sind inzwischen bekannt. Allerdings existieren noch keine Langzeitstudien zu längeren Einnahmen und höheren Dosen von Selen.

Selen wird jedoch unter ärztlicher Kontrolle bei diversen Erkrankungen verschrieben: Krebspatienten erhalten Selen häufig als Begleittherapie, ebenso Menschen mit einem gestörten Immunsystem. Auch Personen, die an Herz-Kreislauferkrankungen leiden, erhalten häufig Selen. Auch in der Krebsforschung spielt Selen eine Rolle. Inzwischen konnte gezeigt werden, dass Selen die Lebensqualität der Patienten unter Chemo-/Strahlentherapie verbessern kann, indem Nebenwirkungen gemildert werden, ohne die Wirkung der Chemo-/Strahlentherapie zu beeinträchtigen. Hintergrund: Bei Krebspatienten liegt nicht selten ein Selenmangelzustand vor, der therapeutisch durch Selengaben behoben werden kann.

Wer über eine zusätzliche Aufnahme von Selen in Form von Nahrungsergänzungsmitteln nachdenkt, sollte zuvor einen Bluttest vom Arzt durchführen lassen. Hier kann der Selengehalt im Blut definitiv bestimmt werden. Ist er zu niedrig, spricht nichts gegen eine zusätzliche Einnahme, die allerdings, sofern das Spurenelement über einen längeren Zeitraum eingenommen werden soll, unter ärztlicher Kontrolle stattfinden sollte. Ist der Selengehalt im Blut jedoch ausreichend, sollte auf zusätzliche Einnahme verzichtet werden.

Monika Celik

21.03.11

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