Herzinfarkt
17.12.08.

Was ist ein Herzinfarkt?
Ein Herzinfarkt ist ein lebensbedrohliches Ereignis, bei dem es durch einen Verschluss eines Herzkranzgefäßes zu einer Unterversorgung des Gewebes mit Sauerstoff und Nährstoffen kommt. Dadurch stirbt ein Teil des Herzmuskelgewebes ab (sog. Nekrose). Häufig ist ein Herzinfarkt ein akutes Ereignis im Rahmen einer bestehenden koronaren Herzkrankheit (KHK). Je nachdem, welche Herzregion betroffen ist, werden Vorderwandinfarkte, Hinterwandinfarkte, Seitenwandinfarkte, Scheidewandinfarkte (Septuminfarkte) sowie Kombinationsinfarkte unterschieden.
Das Herz
Das Herz (lat. Cor) ist ein muskuläres Hohlorgan, dessen Funktion mit der einer Pumpe vergleichbar ist. Durch abwechselndes Ausdehnen und Zusammenziehen füllt sich das Herz mit Blut und pumpt es anschließend in die Blutgefäße. Diese rhythmischen Kontraktionen spüren und hören wir als Herzschlag. Das Herz stellt zum einen sicher, dass sich das Blut mit Sauerstoff anreichern kann, indem es das Blut in den Lungenkreislauf pumpt, und zum anderen, dass der Körper mit Blut – und damit mit Sauerstoff und Nährstoffen – versorgt wird. Das menschliche Herz fördert dazu täglich eine Menge von 6.000 bis 8.000 Litern Blut pro Tag.
Um jeden Tag diese Leistung zu erbringen, benötigt der Herzmuskel selbst natürlich auch jede Menge Nährstoffe und Sauerstoff. Die Versorgung des Herzmuskels übernehmen die Herzkranzgefäße (Koronararterien) und deren feine Verästelungen, die den gesamten Herzmuskel überziehen. Sind sie durch Arteriosklerose verengt, kommt es zur koronaren Herzkrankheit, zu deren Komplikationen die Angina pectoris und der Herzinfarkt gehören.
Rund 60.000 Menschen in Deutschland starben 2006 an einem Herzinfarkt
Die Zahl der Patienten, bei denen der Herzinfarkt tödlich verläuft, sinkt seit 1995 stetig: Im Jahr 2006 starben hierzulande laut dem Herzbericht 2007 rund 60.000 Menschen an einem Herzinfarkt, während es 1995 noch 88.000 waren. Bei den Herzoperationen stieg laut Expertenangaben die Zahl von rund 149.000 im Jahr 2006 auf 157.000 im Jahr 2007. Die Mehrzahl der Betroffenen – ca. 54 % – waren Männer. Immer häufiger treten Herzinfarkte bei Menschen im mittleren Lebensalter auf. Männer erleiden z. T. schon vor dem 40. Lebensjahr einen Herzinfarkt. Bei Frauen treten Herzinfarkte vermehrt erst nach den Wechseljahren auf, wenn die Konzentration des gefäßschützenden Hormons Östrogen zurückgeht.
Mortalitätsrate im europäischen Vergleich: Deutschland im Mittelfeld
Aktuellen Statistiken zufolge, die den Tod durch Herzinfarkt bei Menschen zwischen 45 und 74 Jahren erfassen, haben Franzosen die niedrigste Sterberate innerhalb Europas. Die höchste Mortalitätsrate hat Lettland. Während in Frankreich 65 Menschen pro 100.000 Einwohner an den Folgen eines Herzinfarkts sterben, sind es in Lettland 461 Menschen. Somit haben Letten ein siebenmal höheres Herzinfarkt-Risiko als die Franzosen. In Deutschland sind es 157 Menschen pro 100.000 Einwohner. Damit liegt Deutschland im europäischen Vergleich im Mittelfeld.
Antje Habekuß