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Die ersten „Hilfsmittelexperten“ stehen für MS-Kranke zur Verfügung

Viele Menschen, die an MS erkrankt sind, könnten sich das Leben mit angemessenen Hilfsmitteln leichter machen und ihre Selbstständigkeit länger erhalten. Sehr oft kennen sie aber die Möglichkeiten nicht: Welche Hilfsmittel gibt es? Welche sind für meine Bedürfnisse geeignet? Und wie komme ich da heran? Welche Kosten kommen auf mich zu und wo bekomme ich welche Unterstützung? Wer hilft mir, zu meinem Recht zu kommen?

Die gerade in der Versorgungspraxis mit Hilfsmitteln notwendige interdisziplinäre Zusammenarbeit von Mitarbeitern aus der Pflege, Physio- und Ergotherapie, Heilerziehung, dem Gesundheitshandwerk, den Kostenträger und medizinischen Diensten kann durch Geprüfte Hilfemittelexpertin bzw. Casemanagerin gefördert werden. Hilfsmittelexperten sind Vermittler zwischen Lebenslage, Sozialrecht und Hilfsmittelmarkt. Ihre Aufgabe ist es, Pflege- und Hilfebedürftige bei einer angemessenen und wirtschaftlichen Versorgung mit Hilfsmitteln zu unterstützen. Dies umfasst den Versorgungsprozess von der Beratung und administrativen Betreuung über die Analyse des Hilfsmittelbedarfs bis hin zur Planung, Umsetzung und Evaluation der Versorgung. Hilfsmittel sind z. B. Rollatoren und Rollstühle, aber auch Hausnotrufsysteme oder Pflegebetten. Da Menschen mit einen komplexen Hilfsmittelbedarf i. d. R. auch in anderen Versorgungs- und Lebensbereichen der Unterstützung bedürfen, sind Hilfsmittelexperten auch als Casemanager ausgebildet, um eine umfassende Hilfeplanung aus einer Hand anbieten und steuern zu können.

An der Universität Witten/Herdecke können Interessierte eine entsprechende Ausbildung absolvieren. „Die Fallberichte und Diskussionen in den Abschlusspräsentationen zeigen deutlich, dass die dreistufige Ausbildung die Teilnehmer gut auf das Lösen komplexer Versorgungssituationen vorbereitet hat“, freut sich Otto Inhester, Projektleiter der Weiterbildung Hilfsmittelexperte, mit den Absolventen. Diese haben in 18 Monaten ein umfassendes Wissen über Hilfsmittel, Sozialversicherungs- und Medizinprodukterecht erlangt.

„Der erste große Schritt ist nun getan“, sagt Norbert Kamps, Mitbegründer und Initiator der Weiterbildung. „Nun geht es darum, ein Netzwerk von Hilfsmittelexperten aufzubauen, um so die Hilfsmittelversorgung zukünftig für alle Beteiligten zu verbessern.“ Von der zielgenaueren und indikationsgerechten Auswahl geeigneter Hilfsmittel sollen vor allem behinderte und pflegebedürftige Menschen sowie auch Kostenträger und Hilfsmittellieferanten profitieren. Denn jede Erkrankung bringt andere Erschwernisse mit sich, jeder Betroffene muss individuell beraten und betreut werden. Deshalb bemühen sich die Initiatoren auch darum, Experten zu finden, die sich speziell um Menschen kümmern, die an Multipler Sklerose leiden. Das System befindet sich zzt. noch im Aufbau, berichtet die Universität Witten/Herdecke.

Quelle: BMS 2/2012

01.11.12

Ich habe Multiple Sklerose
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