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Diagnose von Hyperhidrose

Wer an Hyperhidrose leidet, spricht i. d. R. nicht darüber. Denn übermäßiges Schwitzen ist heutzutage nur beim Sport oder in der Sauna gesellschaftlich akzeptiert. Wer in anderen Situationen stark schwitzt, wirkt auf andere oft unsicher oder gehemmt. Ein Besuch beim Arzt gibt Aufschluss über die Ursache der Hyperhidrose und kann den Leidensdruck mindern.

Laut den Leitlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft zur Definition und Therapie der primären Hyperhidrose gibt es keinen allgemeingültigen Labor- oder Messwert, mit dessen Hilfe das Vorliegen einer Hyperhidrose bewiesen oder ausgeschlossen werden könnte. Am häufigsten wird die Diagnose der primären Hyperhidrose anhand der Anamnese gestellt. Zur Feststellung einer Hyperhidrose-Erkrankung sind vor allem das Beschwerdebild, die Lebenssituation des Betroffenen und die Krankheitsgeschichte für den Arzt besonders wichtig.

Hyperhidrose – Soziales Handicap beseitigen

Viele Menschen, die unter Hyperhidrose leiden, meiden den Kontakt zu anderen Menschen. Zu groß ist die Angst davor, u. a. durch Schwitzflecken, feuchte Hände oder Körpergeruch unangenehm aufzufallen. Manche Betroffene von Hyperhidrose haben Probleme bei der Ausübung ihres Berufs, beispielsweise Berufsgruppen mit Kundenkontakt oder Handwerker. Sie müssen entweder Händeschütteln oder ständig damit kämpfen, dass ihnen das Werkszeug nicht aus der Hand rutscht. Hyperhidrose ist für die Betroffenen ein ernstzunehmendes soziales Handicap.

Diagnose von Hyperhidrose – Anamnese reicht meistens aus

Zur Diagnose von Hyperhidrose muss der Hausarzt in den meisten Fällen nur die Anamnese (eingehende Befragung u. a. zu Beschwerden, Lebensumständen und zur Krankengeschichte) des Patienten durchführen. Dieses Gespräch gibt i. d. R. schon Aufschluss darüber, ob die Diagnose primäre Hyperhidrose gestellt werden kann oder nach weiteren Ursachen für das übermäßige Schwitzen gesucht werden muss.

Symptome zur Diagnose von Hyperhidrose

Schwitzt der Patient bereits seit frühester Jugend – auch bei niedrigen Temperaturen – völlig unvorhersehbar sehr stark in den typischen Arealen Achselhöhlen, Handflächen, Fußsohlen und Stirn und liegen keine weiteren Beschwerden vor, erübrigen sich i. d. R. weitere Untersuchungen zur Diagnose von Hyperhidrose. Kommt eine familiäre Veranlagung hinzu, weisen alle Symptome auf eine primäre fokale Hyperhidrose.

Mehrere Aspekte können außerdem ein Hinweis auf eine Hyperhidrose-Erkrankung sein:

  • Starker, häufiger als einmal in der Woche auftretender Schweißfluss – sodass die Hände, die Füße und das Gesicht schweißnass sind und die Kleidung durchgeschwitzt ist
  • Kein vermehrtes Schwitzen im Schlaf
  • Der Schweißausbruch erfolgt ohne extreme körperliche Anstrengung
  • Häufiges Duschen und Händewaschen helfen kaum
  • Deodorants mindern den Schweiß und den unangenehmen Geruch kaum
  • Die durchgeschwitzte Kleidung muss mehrmals täglich gewechselt werden

Diagnose von Hyperhidrose – Tests zur Feststellung des Schweregrads

Je nach Einschätzung der Situation kann der Arzt in einem zweiten Schritt Tests zur Diagnose von Hyperhidrose durchführen, die – neben der räumlichen Eingrenzung der verstärkten Schweißproduktion – auch die Feststellung der Schweißmenge ermöglichen. Anhand dieser Tests kann der Arzt im Rahmen der Diagnose von Hyperhidrose den Schweregrad der Erkrankung feststellen und eine geeignete Therapie empfehlen. So kommt es z. B. beim Grad 1 (leichte Hyperhidrose) laut Leitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft zu einer Hautfeuchtigkeit, die deutlich vermehrt ist. Beim Grad 2 (mäßig starke Hyperhidrose) begrenzt sich das Schwitzen auf Palmae und Plantae und beim Grad 3 sind weitere Areale an Füßen und Händen betroffen.

Diagnose von Hyperhidrose – Jod-Stärke-Test

Ein Jod-Stärke-Test – auch colormetrische Methode oder Minor-Test genannt – ermöglicht bei der Diagnose von Hyperhidrose die farbliche Eingrenzung der von einer übermäßigen Schweißproduktion betroffenen Körperstellen. Nach dem Bestreichen einzelner Hautpartien mit einer Jod-Lösung und dem anschließenden Bestäuben mit Stärkepulver färben sich die von Hyperhidrose betroffenen Hautstellen braun. Allerdings erlaubt dieser Test keine quantitativen Aussagen über die abgesonderte Schweißmenge.

Diagnose von Hyperhidrose – Gravimetrie-Test

Anders der Gravimetrie-Test: Hier wird ein spezielles Filterpapier, das den Schweiß aufsaugen soll, im Rahmen der Diagnose von Hyperhidrose für eine bestimmte Zeit auf die Haut gelegt. Die abgesonderte Schweißmenge kann schließlich über eine Differenzmessung des Gewichts des Testpapiers ermittelt werden. So scheidet beispielsweise die Handfläche einer Person, die ‚normal‘ stark schwitzt, etwa 20 Milligramm Schweiß pro Minute aus, bei Betroffenen mit Hyperhidrose liegen die Werte hingegen zwischen 70 und 100 Milligramm in der Minute.

Allerdings ist die Aussagekraft dieses Tests zur Diagnose von Hyperhidrose nur bedingt aussagekräftig, da die Hyperhidrose i. d. R. in plötzlichen Schüben auftritt. Aus diesem Grund ist die im Moment der Messung abgesonderte Schweißmenge für die Diagnose von Hyperhidrose nicht in allen Fällen ausreichend beweisfähig.

Diagnose von Sekundärer Hyperhidrose

Wichtig für die späteren Therapiemaßnahmen ist es, welche Art der Hyperhidrose vorliegt. Sollte eine sekundäre Hyperhidrose diagnostiziert worden sein, werden weitere diagnostische Schritte nötig.

Mehren sich im Rahmen der Diagnose von Hyperhidrose die Hinweise auf eine Krankheit, welche die Ursache für die Hyperhidrose sein kann, führt der Arzt weitere umfassende Untersuchungen – wie u. a. ein Elektrokardiogramm, eine Blutuntersuchung oder eine Röntgen- bzw. Ultraschalluntersuchung – durch.

In manchen Fällen überweist der Hausarzt den Patienten an einen Facharzt wie z. B. einen Internisten – evtl. mit dem Schwerpunkt Hormon- und Stoffwechselstörungen (Endokrinologe) oder Diabetes (Diabetologe) –, an einen Hautarzt (Dermatologe), einen Facharzt für Nervenerkrankungen (Neurologe) oder einen Psychiater beziehungsweise Psychotherapeuten.

Andrea Kristian

15.01.14

Diagnose
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