- Anzeige -
Curado.de Logo

Sie sind hier: Startseite - Krankheiten - Neurologie - Multiple Sklerose - Therapie - Botenstoff steuert Immunangriffe bei MS

Botenstoff steuert Immunangriffe bei MS

Antikörper soll typische Entzündungen verhindern

Ein Botenstoff des Immunsystems bietet einen neuen Ansatz zur Therapie der MS. Immunologen der Universität Zürich entdeckten, dass das Zytokin GM-CSF im Gegensatz zu anderen bekannten Botenstoffen für die Entstehung der Krankheit absolut notwendig ist. Ein Antikörper dagegen soll noch in diesem Jahr an Patienten mit Multipler Sklerose getestet werden.

Bei Autoimmunkrankheiten greift die Körperabwehr den eigenen Organismus an. Eine besondere Rolle spielen sog. T-Helferzellen, die den Körper eigentlich vor schädlichen Mikroorganismen schützen sollen. Von solchen Zellen existieren verschiedene Unterklassen mit unterschiedlichen Aufgaben. Die Schweizer Forscher entdeckten nun an Mäusen, dass der Botenstoff Granulozyten-Makrophagen-Kolonie stimulierender Faktor (GM-CSF) bei Multipler Sklerose eine grundlegende Rolle spielt. „Bei Mäusen ohne GM-CSF konnte eine MS-ähnliche Krankheit gar nicht entstehen“, sagt Studienleiter Burkhard Becher. „Zudem konnte bei MS-Mäusen die Krankheit sogar geheilt werden, wenn dieses Zytokin neutralisiert wurde. GM-CSF ist demnach das erste T-Zell-Zytokin, das für die Entzündungsentstehung von absoluter Notwendigkeit ist.“

Die in Nature Immunology veröffentlichte Studie zeigt, dass das von T-Zellen ins Gehirn abgegebene GM-CSF die Rekrutierung schädlicher Fresszellen vorantreibt. „Ohne derartige Fresszellen kann die Entzündung gar nicht erst richtig in Gang kommen“, betont Becher. „Die Neutralisation von GM-CSF kann sogar den Entzündungsvorgang rückgängig machen.“ Derzeit werden Patienten mit rheumatoider Arthritis schon mit Antikörpern gegen diesen Botenstoff behandelt. Ende 2011 soll eine Studie an MS-Patienten starten.

Quelle: BMS 2/11

14.10.11

Newsletter An-/Abmeldung

Code: KONR