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Wechsel von Inhalationsgeräten kann Therapie gefährden

Bekommt ein COPD- oder Asthma-Patient ein inhalatives Medikament verschrieben, entscheidet i. d. R. nicht der verordnende Arzt, welches konkrete Präparat sein Patient erhält. Denn einerseits ist der Apotheker durch die sog. „Aut idem“-Regelung verpflichtet, eines der drei günstigsten der verfügbaren Präparate abzugeben. Doch andererseits und maßgeblich entscheiden die Rabattverträge der einzelnen Krankenkassen mit den Arzneimittelherstellern, welches Präparat schließlich ausgeben wird.

Diese beiden Regelungen können zur Folge haben, dass ein Patient wechselnde Inhalationsgeräte vom Apotheker erhält. Hierdurch kann der Erfolg der Therapie gefährdet sein. Bei den Inhalatoren kann man zwei Gruppen von gängigen Geräten unterscheiden: die Dosieraerosole und die Trockenpulverinhalatoren. Beide Typen sind in der Funktionsweise völlig unterschiedlich. Beim Dosieraerosol muss die Freisetzung des Medikaments manuell ausgelöst werden, gleichzeitig muss der Bediener mit der Einatmung beginnen, die langsam erfolgen muss.

Ganz anders sieht es bei einigen Trockenpulverinhalatoren aus: Hier wird die Medikamentenfreisetzung automatisch durch den Atemfluss ausgelöst und der Anwender muss möglichst schnell einatmen. Auch darf bei diesem Typ auf keinen Fall vor dem Benutzen in das Gerät hinein ausgeatmet werden, sonst verklumpt das Pulver. Händigt nun der Apotheker dem Patienten beispielsweise ein unbekanntes Dosieraerosol statt des bekannten Trockenpulverinhalators aus, so kann es sein, dass kein Tropfen des Wirkstoffs in der Lunge ankommt.

Optimalerweise entscheidet der Arzt, welchen Inhalierertypus ein Patient erhält. Denn manche alten und kranken Menschen oder auch kleine Kinder besitzen nicht die Koordinationsfähigkeit, die für ein Dosieraerosol nötig ist. Andere wiederum besitzen etwa aufgrund krankheitsbedingt fortgeschrittener Verengung (Obstruktion) der Atemwege nicht mehr die für einige Trockenpulverinhalatoren benötigte Saugkraft.

Doch auch hinsichtlich der inhalativen Kortisonpräparate können sich bei einem Tausch des alten gegen einen neuen Inhalator Probleme ergeben. So unterscheiden sich die einzelnen Geräte durch den inneren Gerätewiderstand, der für die Partikelgröße und somit für die Menge des eingeatmeten Medikaments verantwortlich ist. Erhält also ein Atemwegspatient in der Apotheke ein ihm unbekanntes Inhalationsgerät ausgehändigt, sollte er mit seinem Arzt über die korrekte Handhabung Rücksprache halten.

Drei allgemeine Tipps zur richtigen Inhalation:

  • Oberkörper gerade halten.
  • Kopf leicht in den Nacken legen.
  • Mundstück des Inhalators fest mit den Lippen umschließen.

Quelle: COPD und Asthma 1/11

21.12.11

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