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Alles über Kennzeichnung
Seit November 2005 müssen die zwölf häufigsten Allergieauslöser auf verpackter Ware gekennzeichnet werden. Wie wurde diese Vorschrift von Seiten der Lebensmittelindustrie umgesetzt und welche Vorteile hat die neue Verordnung dem Lebensmittelallergiker bisher gebracht? Der Deutsche Allergie- und Asthmabund e. V. (DAAB) zieht nach über einem Jahr Resümee. Im November 2005 hieß es von Seiten der Gesetzgebung, dass fünf Millionen Lebensmittelallergiker aufatmen könnten. Erstmals wurde eine bestehende gesetzliche Richtlinie zu ihren Gunsten geändert. Die Europäische Kommission beschloss, dass zwölf allergene Zutaten immer im Zutatenverzeichnis von abgepackter Ware aufgeführt werden müssen: Nüsse, Milch, Eier, Erdnüsse, Fisch, Sesam, Krebstiere, Gluten, Soja, Sellerie, Senf, Schwefeldioxid (über 10 mg/kg) und jeweils daraus hergestellte Produkte. Die neue Allergenkennzeichnung stellt für die Le-
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Der Umgang mit Allergien ist durch einen Mangel an Wissen gekennzeichnet. Dadurch entstehen zum Teil erhebliche Kosten, vor allem für das Gesundheitswesen. Auch wenn schon heute die zwölf wichtigsten Allergene in Lebensmitteln gekennzeichnet werden, müssen den jetzt gewonnen Kenntnissen weitere Aktivitäten von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Verbraucherverbänden folgen
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Auch wenn ein Großteil der Lebensmittel schon nach den neuen Vorschriften gekennzeichnet ist, wird es für einen längeren Zeitraum noch Produkte geben, die keine Allergenkennzeichnung tragen. Denn es gibt eine unbefristete Übergangszeit: Lebensmittel, die vor dem 25. November 2005 hergestellt wurden, können ohne Allergenkennzeichnung zeitlich unbegrenzt abverkauft werden.
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Ein Müsliriegel in einer unbeschrifteten Zellophanfolie wurde einer 14-jährigen Schülerin im Frühjahr dieses Jahres zum Verhängnis. Das Mädchen litt an einer bekannten Erdnussallergie. Es verzehrte unglücklicherweise den mit Erdnüssen hergestellten Riegel, da ein entsprechender Aufdruck fehlte. Der Riegel war ursprünglich in einer vorschriftsmäßig gekennzeichneten, größeren Verpackung enthalten gewesen. Auf dem Schulhof erlitt das Mädchen
dann einen schweren Asthmaanfall und wurde bewusstlos. Der Notarzt konnte nur noch den Tod des Kindes feststellen. In einem weiteren Fall entwickelte eine 12-jährige Schülerin ebenfalls aufgrund einer bekannten Erdnussallergie eine schwere allergische Reaktion nach Verzehr eines undeklarierten Müsliriegels, konnte aber noch gerettet werden. „Es ist für Allergiker lebensgefährlich, wenn eine detaillierte Aufstellung der Inhaltsstoffe auf Einzelverpackungen aus großen Kartons fehlt“, so Prof. Dr. Thomas Fuchs vom Ärzteverband Deutscher Allergologen.
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Allergien stellen weltweit eines der größten gesundheitlichen Probleme dar. Sie beeinträchtigen die Lebensqualität eines großen Teils der Bevölkerung und haben erhebliche volkswirtschaftliche Auswirkungen. Allein vier Prozent der Kleinkinder in Mitteleuropa leiden an einer Lebensmittelallergie. Rund 12 Prozent der 13- bis 14-jährigen Jugendlichen und noch deutlich mehr Erwachsene haben Heuschnupfen. Kontaktekzeme sind ein weiteres häufiges Problem. Die Symptome "überschießender" immunologischer Abwehrreaktionen des Körpers können sich an den Atemwegen, an der Haut oder an den Verdauungsorganen manifestieren.
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