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Kompressionsstrümpfe bei Lymphödemen

Hilfreich und modisch zugleich

Sind Arme oder Beine geschwollen, deren Bewegungsfähigkeit eingeschränkt und die Haut spannt, dann ist i. d. R. ein Lymphödem die Ursache dafür – eine Folge der Krebstherapie und der damit verbundenen Entfernung von Lymphknoten oder der Bestrahlung. Diese Beschwerden können u. a. durch das Tragen von Kompressionsstrümpfen gelindert werden. Dr. Ernst Pohlen, Düren, gibt Tipps zur Anfertigung und dem Sitz der Strümpfe sowie dem An- und Ausziehen.

Welche Arten von Kompressionsstrümpfen gibt es?

Medizinische Kompressionsstrümpfe gibt es sowohl als Arm- als auch als Beinstrümpfe in unterschiedlichen Längen. Außerdem gibt es als Sonderanfertigung Handschuhe und spezielle Strumpfsysteme zur Behandlung von Ulcus cruris venosum, im Volksmund als „offenes Bein“ bezeichnet. Kompressionsstrümpfe für die Beine werden in vier verschiedene, für die Arme in drei verschiedene Kompressionsklassen eingeteilt, die sich voneinander in der Intensität des Andrucks in Ruhe unterscheiden: Der behandelnde Arzt entscheidet abhängig von dem Befund in jedem Einzelfall, welche Kompressionsklasse und welche Strumpfart in Bezug auf Länge und Material für die Behandlung notwendig sind.

Wie müssen die Strümpfe sitzen? Warum sollten sie maßangepasst sein?

Kompressionsstrümpfe müssen perfekt sitzen, um ihre medizinische Wirkung voll entfalten zu können. Sie dürfen weder rutschen noch einschneiden. Dafür ist nicht unbedingt eine Maßanfertigung erforderlich. Diese wird erst dann erforderlich, wenn die genommenen Maße nicht mit denen aus den von den Herstellern vorgegebenen Größentabellen übereinstimmen und somit eine Serienversorgung nicht möglich ist. Bei fortgeschrittenen Lymphödemen ist dies beispielsweise häufig der Fall. Hier kommen i. d. R. nur Maßversorgungen infrage.

Wie und wo werden die Strümpfe angepasst?

Medizinische Kompressionsstrümpfe werden im Sanitätshaus oder in der Apotheke angepasst. Dazu muss der betroffene Arm oder das betroffene Bein sorgfältig an bestimmten, vorgegebenen Messpunkten vermessen werden. Die Messung sollte möglichst vormittags erfolgen, wenn das Bein oder der Arm noch nicht angeschwollen ist. I. d. R. wird mit einem Maßband vermessen. Manche Leistungserbringer haben aber bereits auf computergestützte Messsysteme umgestellt. Bei der Abgabe der Strümpfe wird im Sanitätshaus auch der korrekte Sitz überprüft. Außerdem wird der Patient in die richtige Handhabung eingewiesen und erhält Tipps für die Hautpflege unter dem Kompressionsstrumpf.

Wie werden sie richtig an- und ausgezogen?

Das richtige An- und Ausziehen sollte, wie schon erwähnt, bei der Abgabe der Strümpfe von den Mitarbeitern im Sanitätshaus oder in der Apotheke gezeigt und erklärt werden. Um das Gestrick der Strümpfe nicht zu beschädigen, sollten lange und scharfe Finger- und Fußnägel vermieden werden. Gummihandschuhe, die ebenfalls im Sanitätshaus erhältlich sind, erleichtern das An- und Ausziehen dank einer besseren Haftfähigkeit und schützen die Strümpfe zusätzlich vor Laufmaschen und Ziehfäden. Spezielle An- und Ausziehhilfen erleichtern das tägliche An- und Ausziehen zusätzlich. Die Patientinnen benötigen weniger Kraft, da die Strümpfe damit einfach und schnell, fast ohne Reibung, über den Fuß gleiten. Bei Patientinnen, die allein nicht in der Lage wären, ihre Strümpfe an- und auszuziehen, können diese Hilfen auch vom Arzt verordnet werden.

Was können Betroffene tun, wenn die Strümpfe rutschen oder zu eng sind?

Wenn die Strümpfe rutschen oder einschneiden, ist das ein Zeichen, dass sie nicht (mehr) richtig sitzen. Betroffene sollten in diesem Fall das Sanitätshaus oder die Apotheke aufsuchen, von denen sie ihre Strümpfe erhalten haben. Ggf. müssen dann neue Kompressionsstrümpfe angepasst werden.

Wie müssen die Strümpfe gepflegt werden?

Damit die medizinische Wirkung über die gesamte Zeit der Gebrauchsdauer von maximal sechs Monaten erhalten bleibt, sollten die Kompressionsstrümpfe möglichst täglich von Hand oder im Schongang der Waschmaschine bei maximal 40 Grad gewaschen werden. Dabei sollte Feinwaschmittel ohne Weichspüler und optische Aufheller verwendet werden. Zum Trocknen werden Kompressionsstrümpfe auf die Leine gehängt, nicht aber auf die Heizung oder in die Sonne gelegt oder in den Trockner gegeben. Das Waschen befreit den Strumpf von Rückständen und stellt die Spannkraft der Kompression wieder her. Ein Wäschenetz schützt ihn zusätzlich vor Abnutzung. Übrigens kann der Arzt bei der Erstverordnung ein zweites Paar zum Wechseln mit verordnen, damit das tägliche Waschen auch problemlos möglich ist.

Wenn Frauen sich fragen: Sehe ich damit unvorteilhaft aus – was haben Sie hier für Tipps?

Leider hält sich trotz der vielen Anstrengungen seitens der Hersteller medizinischer Kompressionsstrümpfe immer noch das Vorurteil, Kompressionsstrümpfe seien unattraktive, hautfarbene Gummistrümpfe. Im Gegenteil: Moderne Kompressionsstrümpfe, insbesondere rundgestrickte Strümpfe, sind optisch kaum noch zu unterscheiden von Feinstrümpfen – und das, obwohl sie ihre medizinische Wirkung trotzdem voll entfalten. Es gibt sie in zahlreichen verschiedenen Farben, sodass den betroffenen Frauen auch modisch kaum Grenzen gesetzt sind. Außerdem gibt es mittlerweile einige Modelle auf dem Markt, die noch über ein gewisses Extra verfügen: Sei es, dass sie als modisches Highlight kleine Verzierungen aus Swarovski-Steinchen besitzen, oder dass sie die Haut pflegen, in dem sie beim Tragen hautpflegende Substanzen an diese abgeben.

Quelle: Leben? Leben! 3/2015

13.10.15

Lymphödem nach Eierstockkrebs
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