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Kosmetikallergie: Risiko nicht nur durch erbliche Veranlagung

Der perfekte Lidstrich, rosige Wangen und nachgezogene Lippen sind, ohne Schmink- und Pflegeutensilien kaum zu haben. Doch nicht alles, was in diesen und anderen Kosmetika steckt, ist für alle Menschen gleichermaßen verträglich.

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„Im Prinzip kann jeder Kosmetik-Inhaltsstoff eine Unverträglichkeit auslösen“, sagt Duftstoffexpertin Silvia Pleschka vom Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB). Dann komme es an den Hautstellen, die damit in Berührung gekommen sind, zu Rötungen, starkem Juckreiz, Schwellungen, Bläschen oder auch nässendem Ausschlag. „Wird der Kontakt zu dem Allergieauslöser beendet, heilt die Haut aber wieder ab.“ Deshalb sprächen Fachleute hier von Kontaktallergien. Rund 15 % der Bevölkerung seien betroffen.

Hauptauslöser sind Duft- und Konservierungsstoffe

Zu den häufigsten Auslösern zählen die in vielen Kosmetika enthaltenen Duftstoffe sowie Konservierungsstoffe. Ob so ein Stoff bei einem Menschen eine Allergie auslöse, hänge nicht allein von dessen erblicher Veranlagung ab, sondern auch davon, in welcher Konzentration der Stoff auf die Haut komme, und vor allem vom Pflegezustand der Haut. „Ist sie durch häufigen Kontakt mit Wasser oder Putzmitteln oder auch durch starke Sonneneinwirkung geschädigt, reagiert sie empfindlicher als eine gut befeuchtete und befettete Haut.“

Pleschka rät Betroffenen zu einem Allergietest. Der Arzt klebt dem Patienten für ein bis zwei Tage ein Spezialpflaster mit einer Auswahl verdächtiger Substanzen auf den Rücken. Danach untersucht er die Reaktion der verschiedenen Hautpartien. „Rötungen und Quaddelbildung können auf eine Kontaktallergie hinweisen.“ Stehen die Auslöser fest, werden sie in einen Allergiepass eingetragen, den Betroffene am besten immer bei sich tragen sollten. Denn er helfe, die unverträglichen Stoffe zu meiden.

Hersteller müssen Inhaltsstoffe nennen

Die Hersteller sind verpflichtet, auf den Kosmetikverpackungen alle Inhaltsstoffe aufzuzählen, so auch sämtliche Konservierungs-, Farb- und Duftstoffe. Von 26 Duftstoffen ist bekannt, dass sie Allergien auslösen können. Sie müssen einzeln genannt werden, wenn ihr Anteil eine kritische Menge überschreitet. Ansonsten fallen sie unter den Sammelbegriff „Parfüm, Duft“. Auch bestimmte pflanzliche Stoffe in Naturkosmetika können Allergieauslöser enthalten, betont Pleschka, „z. B. Perubalsam, Wollwachsalkohole oder auch Arnika“.

Eine Schwierigkeit sei leider, dass die Bezeichnung auf der Produktpackung nicht immer mit der im Allergiepass verwendeten Bezeichnung übereinstimme. Deshalb veröffentlicht der Deutsche Allergie- und Asthmabund in seiner Broschüre „Bewusster leben mit Kontaktallergien“ eine ausführliche Übersicht und Erläuterung der verschiedenen Bezeichnungen. Diese kostenfreie Broschüre ist über die Homepage des Deutschen Allergie- und Asthmabundes www.daab.de erhältlich.

Quelle: Allergikus 4/2011

07.01.12

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