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Krank im Klassenzimmer: Krampfanfall, Diabetes, Übergewicht

15.10.09.

Diabetes in der Schule

shutterstock

Wie können Lehrer ihre kranken Schüler unterstützen?

Wenn ein Schüler mitten in der Schulstunde in sein Pausenbrot beisst, ist der Lehrer selten amüsiert. Hat dieser Schüler aber Diabetes Typ 1, muss er in bestimmten Situationen sofort essen. Der Lehrer kann darauf nur dann richtig reagieren, wenn er über diese Erkrankung Bescheid weiß. Genau das ist das Ziel einer Lehrerfortbildung, die nicht nur über Diabetes, sondern auch über den richtigen Umgang mit Schülern informiert, die an Epilepsie oder Übergewicht leiden.

Veranstalter sind der Verein Diabetes Kinder Ulm und Umgebung e.V. und die Sektion Endokrinologie der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin in Zusammenarbeit mit dem Sozialpädiatrischen Zentrum sowie den Schulämtern Ulm-Biberach und Neu-Ulm.

“Wir wollen mit dieser Veranstaltung Ärzte und Lehrer zusammenbringen”, erklärt Prof. Dr. Martin Wabitsch, Leiter der Sektion Endokrinologie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin.
“Medizin ist kein Pflichtfach für Lehrer, dennoch müssen sie mit Schülern umgehen, die Krampfanfälle bekommen können, aufgrund ihres Übergewichts eingeschränkt sind oder wegen Ihrem Diabetes auf ihren Zuckerspiegel achten müssen. Hier wollen wir Hilfestellung leisten.”

Das Interesse daran ist bei Lehrern hoch, weiß Roland Gründig, Lehrer an der Munderkinger Realschule und Vorstandsmitglied des Vereins Diabetes Kinder Ulm und Umbebung e.V. “Als medizinischer Laie weiß man oft nicht, dass z. B. Diabetes Typ 1 bei Kindern etwas völlig anderes ist als die Diabetes vom Typ 2, die häufig durch falsche Ernährung entsteht. Wenn ich als Lehrer weiß, dass das Kind nichts für seine Erkrankung kann, habe ich eine andere Ausgangsbasis, kann die Mitschüler aufklären und dem Kind dadurch helfen.
Das gilt auch für den Umgang mit Kindern, die an Übergewicht oder Epilepsie leiden”, so Gründig.

Die Lehrer können ein Diabeteskind beispielsweise dabei unterstützen, erste Anzeichen von Unterzuckerung zu erkennen oder es zum Blutzuckermessen motivieren. Die Erkankung ist kein Massenphänomen, nimmt aber zu – allein am Ulmer Klinikum werden 250 Kinder mit Diabetes Typ 1 behandelt. Hilfreich ist auch zu wissen, wie man auf den Krampfanfall eines Epileptikers richtig reagiert, denn in Deutschland leiden rund 200.000 Kinder an dieser Krankheit. Angesichts der hohen und steigenden Zahl stark übergewichtiger Kinder – sieben Prozent im Alter von sechs bis sechzehn Jahren – stellen sich neben sozialen auch immer häufiger medizinische Fragen, z. B. wie man sie im Sportunterricht sinnvoll einbeziehen und zur Bewegung motivieren kann.

Quelle: Universitätsklinikum Ulm

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