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Krankheitssignale richtig deuten

04.02.10.

Die Ärztin Mirjam Christ-Crain untersucht, welche körpereigenen Botenstoffe u. a. bei Schlaganfällen frühzeitig Aussagen über den Krankheitsverlauf zulassen und somit Entscheidungsgrundlagen für die Behandlung liefern. Schlaganfälle können glimpflich oder lebensgefährlich verlaufen. Die Vorhersage ist schwierig. Die Ärztin zeigte, dass Patienten mit erhöhtem Stresspegel – also mit erhöhter Konzentration von Stresshormonen wie beispielsweise Cortisol – einen schlechteren Krankheitsverlauf und ein erhöhtes Sterberisiko aufweisen. Ein zu hoher Cortisol-Gehalt hemmt die Immunantwort des Körpers.

„Der Stresslevel sollte nicht zu hoch, aber auch nicht zu tief sein“, sagt Christ-Crain. Denn der Körper ist auf ein Mindestmaß an Stresshormonen angewiesen, um Belastungen zu überstehen. Je größer jedoch die Menge der im Blut zirkulierenden Stresshormone, desto grösser die Wahrscheinlichkeit eines schlechten Krankheitsverlaufs bei Schlaganfällen. „Mit einem Stresshormon-Test könnten wir künftig vielen Patienten erlauben, früher nach Hause zu gehen, und nur diejenigen im Spital behalten, bei denen wir eine Verschlechterung des Zustands befürchten müssen“, sagt Christ-Crain.

Quelle: Schweizerischer Nationalfonds SNF

Aus Neuronal 3/2009

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