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Immer mehr Krebspatienten profitieren von nebenwirkungsarmer Strahlentherapie

05.06.10.

Strahlen

shutterstock

Radioonkologen stellen in Magdeburg neueste Entwicklungen vor

Berlin – Die Strahlentherapie ist für viele Krebspatienten ein Teil ihrer Behandlung neben der Operation und der Chemotherapie. Sie wird medizinisch und technisch kontinuierlich verbessert und ist fester Bestandteil vieler Behandlungskonzepte. Über neueste Entwicklungen in der Strahlentherapie informiert die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) im Rahmen ihres Jahreskongresses, der vom 3. bis 6. Juni in Magdeburg stattfindet.

Die Technologie der Strahlentherapie hat sich in den letzten Jahren stetig weiterentwickelt. „Wir sind ein auf der Naturwissenschaft begründetes Fach, das ständig mit neuen Erkenntnissen aus Biologie, Physik und Technik konfrontiert wird“, sagt Kongress-Präsident Professor Dr. med. Günther Gademann, Direktor der Universitätsklinik für Strahlentherapie in Magdeburg.

Die steten Innovationen und Erkenntnisse verlangen ein hohes Maß an Qualitätskontrolle und Indikationsstellung. Dies gelte im Prinzip für alle Krebserkrankungen, die heute bestrahlt werden können. Dazu zählen Hirntumoren, Tumoren im Hals-Nasen-Ohrenbereich, Lungen- und Brustkrebs, Tumoren im Magen-Darmbereich und auch Krebsleiden der weiblichen und männlichen Geschlechtsorgane.

Die Bedeutung der Strahlentherapie ist bei vielen Krebserkrankungen
gestiegen: Häufig wird sie in Kombination mit anderen therapeutischen Verfahren angewandt, in manchen Fällen auch als Therapie der ersten Wahl.

Als Beispiel nennt Gademann den Krebs der
Vorsteherdrüse: „Die aktuelle Behandlungsleitlinie zum Prostatakarzinom räumt der Strahlentherapie jetzt den gleichen Stellenwert ein wie der Operation.“

Möglich wird dies durch etablierte Qualitätsstandards und leistungsstärkere, vor allem aber präzisere Geräte: Sie beschränken sich auf die Bestrahlung des Tumors und schonen das umgebende Gewebe. Dies setzt voraus, dass sich der Patient bei der Bestrahlung nicht bewegt. Auch hier gibt es Lösungsansätze. „Moderne Geräte können auf kleinere Patientenbewegungen reagieren und die Bestrahlung nachsteuern. Dies ist ein wichtiger Beitrag, um die Neben- und Nachwirkungen der Behandlung zu minimieren“, erläutert der Magdeburger Radioonkologe.

„Nachwirkungen der Strahlentherapie müssen vor allem im Kindesalter vermieden werden“, betont Gademann. Als Schwerpunkt des diesjährigen Jahreskongresses der DEGRO für die Pädiatrische Onkologie wurde das Neuroblastom, die häufigste Krebserkrankung im Säuglingsalter, ausgewählt.

„Die kleinen Patienten reagieren besonders empfindlich auf die Strahlen. Zu den Folgen gehören unter anderem auch Wachstumsstörungen“, berichtet der Experte. „Preis und Nutzen der Behandlung bedürfen hier immer einer besonderen Abwägung.“ Die Strahlentherapeuten planen die Therapie deshalb stets zusammen mit Chirurgen und Chemotherapeuten. „Die Spätfolgen auf die körperliche und psychische Entwicklung eines Patienten müssen heute vor jeder Strahlentherapie sorgsam bedacht werden“, betont Gademann.

Die strahlentherapeutisch tätigen Onkologen treffen sich jedes Jahr, um über technische Innovationen, neue wissenschaftliche Erkenntnisse und daraus resultierende klinische Aspekte für die Radioonkologie zu beraten. Der 16. Jahreskongress der DEGRO findet erstmals im umgestalteten Messe- und Kongresszentrum in Magdeburg statt. Zu der wissenschaftlichen Fachtagung werden über 2 000 Besucher aus dem In- und Ausland erwartet.

Zur Strahlentherapie

Die Strahlentherapie ist eine lokale, nicht-invasive, hochpräzise Behandlungsmethode mit hohen Sicherheitsstandards und regelmäßigen Qualitätskontrollen. Bildgebende Verfahren wie die Computer- oder Magnetresonanztomographie ermöglichen eine exakte Bestimmung des Krankheitsherdes, so dass die Radioonkologen die Strahlen dann zielgenau auf das zu bestrahlende Gewebe lenken können. Umliegendes Gewebe bleibt weitestgehend verschont.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie e.V.

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