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Kurzsichtigkeit

Was ist Kurzsichtigkeit?

Kurzsichtigkeit wird medizinisch auch Myopie genannt. Kurzsichtige Menschen leiden allgemein gesprochen unter einer Fehlsichtigkeit oder auch Ametropie, die sich darin äußert, dass sie weiter entfernte Objekte unscharf wahrnehmen, während Objekte im Nahbereich gut gesehen werden können. Dies liegt daran, dass die Brechkraft der Linse nicht im normalen Verhältnis zur Länge des Augapfels steht. Der Augapfel ist zu lang und das Bild wird somit vor der Netzhaut projiziert. Das Gegenteil der Kurzsichtigkeit ist die Weitsichtigkeit. Beide Formen machen den größten Anteil der Fehlsichtigkeiten aus.

Es werden zwei Formen der Kurzsichtigkeit unterschieden:

  • Achsenkurzsichtigkeit (Achsenmyopie): Diese Form ist die häufigere von beiden möglichen Formen. Sie wird teilweise vererbt und ist in der Regel angeboren. Zudem findet man sie häufiger bei Frühgeburten. Die Achsenkurzsichtigkeit entwickelt sich in den ersten 30 Lebensjahren und stagniert danach in der Regel. Der Augapfel wächst hier unverhältnismäßig in die Länge. Daher der Begriff Achsenkurzsichtigkeit.
  • Brechungskurzsichtigkeit (Brechungsmyopie): Hierbei liegt eine stärkere Krümmung entweder der Hornhaut oder der Linse vor. Dadurch wird das einfallende Licht stärker gebrochen, sodass der bilderzeugende Brennpunkt nicht auf, sondern vor der Netzhaut liegt. Die Brechungsmyopie findet man seltener.

Woher kommt der Begriff Myopie?

Der Begriff Myopie hat seinen Ursprung im Griechischen. Zum einen könnte es eine Zusammensetzung aus dem Wort „myein“ für (die Augen) schließen und „opia“ für Sicht geben. Zum anderen kann auch das Wort „Myops“ ursprünglich sein, welches übersetzt Blinzelgesicht bedeutet. Beide Möglichkeiten nehmen aber ein und dieselbe Eigenschaft von Kurzsichtigen als Grundlage, nämlich dass die Betroffenen blinzeln, wenn sie in die Ferne blicken, um die Objekte dort besser wahrzunehmen.

Wie ist das Auge bei Kurzsichtigkeit aufgebaut?

Das menschliche Auge gleicht in seiner Funktion der Linse einer Kamera. Die Hornhaut und die Linse fungieren als Objektiv, die Netzhaut nimmt die Stelle des Films ein. Bei der Kamera entsteht ein Bild, wenn die Lichtstrahlen, die auf das Objektiv treffen, durch dieses derart gekrümmt werden, dass sich ihr Brennpunkt direkt auf dem Film befindet. Bei dem menschlichen Auge ist es ähnlich. Die Lichtstrahlen treffen auf Hornhaut und Linse. Je nachdem, wie weit das Objekt, welches wir betrachten, entfernt ist, krümmen sich Hornhaut und Linse, um den Brennpunkt entsprechend genau auf der Netzhaut zu platzieren. Hier entsteht dann im sogenannten Punkt des schärfsten Sehens (Fovea centralis) das scharfe Abbild des betrachteten Objekts.

Ist das Auge kurzsichtig, ist dieser Mechanismus gestört. Es ist, als wäre das Kameraobjektiv dauerhaft auf Nahaufnahmen eingestellt. Solange sich die zu betrachtenden Objekte in entsprechender Nähe befinden, schaffen es Linse und Hornhaut, den Brennpunkt direkt auf der Netzhaut zu platzieren und so ein scharfes Bild zu ermöglichen. Ist das Objekt allerdings weiter entfernt, sorgen entweder der zu lange Augapfel oder aber die falsche Brechung der Hornhaut bzw. der Linse dafür, dass sich der Brennpunkt der einfallenden Lichtstrahlen vor der Netzhaut befindet. Das Resultat ist ein unscharfes Bild.

Welche Symptome zeigen sich bei Kurzsichtigkeit?

Kurzsichtigkeit bedeutet, man kann Objekte in der Ferne nicht mehr klar wahrnehmen. Im Gegensatz dazu sieht man in der Nähe ausgezeichnet, meist sogar besser als die meisten normalsichtigen Menschen. Erste Symptome von Kurzsichtigkeit machen sich oftmals durch schlechtes Sehen bei Nacht, z. B. beim Autofahren, bemerkbar. Das Steuern eines Fahrzeugs wird anstrengender, da man Verkehrsschilder und –zeichen nicht mehr scharf umrissen, sondern verschwommen wahrnimmt. Je näher man dem Schild kommt, desto deutlicher wird es zwar, doch verlangt dieser Umstand vom Fahrer bereits ein höheres Maß an Konzentration, da ein vorausschauendes Fahren erschwert wird.

Was hilft bei Kurzsichtigkeit?

In der Regel arbeitet den Auswirkungen einer Kurzsichtigkeit das Tragen geeigneter Brillen entgegen. Auch Kontaktlinsen helfen, Bilder in der Ferne wieder scharf umrissen wahrzunehmen. Darüber hinaus könnte eine verstärkte Krümmung oder eventuelle Trübung der Linse oder Hornhaut, die für die Kurzsichtigkeit mitverantwortlich sein können, mithilfe einer Laserbehandlung entfernt werden, um eine normale Sehfähigkeit wiederherzustellen.

Handelt es sich bei Kurzsichtigkeit um eine altersbedingte Erscheinung?

Ähnlich wie der Autofokus einer Kamera stellt sich normalerweise auch das menschliche Auge auf das „abzulichtende“ Objekt ein. Je nach Entfernung krümmen sich Linse und Hornhaut stärker oder schwächer, um den Brennpunkt der einfallenden Lichtstrahlen immer auf den Punkt des schärfsten Sehens zu fokussieren. Diese Fähigkeit der Linse nennt man Akkommodation. Im Laufe des Lebens nimmt diese Fähigkeit allerdings immer mehr ab. Ab dem 50. Lebensjahr ungefähr merkt man diesen Effekt umso deutlicher, wenn man Stück für Stück die Zeitung immer weiter weghalten muss, um die Schrift noch deutlich erkennen zu können. Spätestens, wenn die Armlänge zum Lesen nicht mehr ausreicht, empfiehlt sich der Gang zum Augenarzt oder Optiker.

Kurzsichtigkeit dagegen ist keine Erscheinung des Alters. Sie ist in der Regel angeboren. Je nach Typ tritt sie entweder mit etwa zehn Jahren auf und hat bis zum 20. Lebensjahr ihre volle Ausprägung erreicht oder aber sie tritt weit früher zutage und schreitet permanent voran.

Melissa Seitz

17.12.14

Kurzsichtigkeit
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