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Laktoseintoleranz

Mit ca. 4,5 % ist Milchzucker, die sog. Laktose, das Hauptkohlenhydrat der Milch. Dieses wird nach Aufnahme im Darm vom körpereigenen Enzym Laktase in die Bestandteile Glukose (Traubenzucker) und Galaktose gespalten. Bei Menschen, die an einer Milchzuckerunverträglichkeit – Laktoseintoleranz – leiden, findet dieser Prozess nur eingeschränkt oder gar nicht statt. Die Gründe sind ein Mangel an Laktase bzw. eine eingeschränkte Laktase-Aktivität. Rund 12 Millionen Deutsche leiden an der Laktoseintoleranz, wobei Säuglinge i. d. R. nicht betroffen sind: Erst mit zunehmendem Alter kann sich die Aktivität der Laktase verlieren (primärer Laktase-Mangel).

Ist man von einer Laktoseintoleranz betroffen, wird der Milchzucker nicht wie bei diesbezüglich gesunden Menschen im Dünndarm verstoffwechselt, sondern in den tieferen Darmregionen zu Milch- und Essigsäure sowie Kohlendioxid vergoren. Dadurch kommt es bei Betroffenen zu Symptomen wie z. B. Durchfall-Erscheinungen (Diarrhö) und Blähungen, die in ihrem Schweregrad abhängig von der Menge der aufgenommenen Laktose sind. Als weitere Symptome können ggf. Stress und Hautprobleme auftreten, die nicht immer gleich mit einer Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit) in Verbindung gebracht werden können, da diese oftmals schleichend beginnt und deshalb lange Zeit unerkannt bleibt.

In vielen Teilen der Welt wie z. B. in Asien oder in der Südhälfte Amerikas gilt die Laktoseintoleranz als normal. Nur dort, wo sich vor langer Zeit eine Milchwirtschaft etabliert hat (z. B. in Nordeuropa), kann Laktose i. d. R. vertragen werden. In diesen Regionen hat bei der Bevölkerung eine Genmutation stattgefunden, die dafür verantwortlich ist, dass normalerweise auch im Erwachsenenalter genügend Laktase-Aktivität vorhanden ist. Hier gilt die Laktoseintoleranz als Krankheit.

Laktase-Gen fehlt bei der Laktoseintoleranz

Aus medizinischer Sicht handelt es sich bei der Laktoseintoleranz nicht um eine Krankheit, sondern um eine genetische Besonderheit. Bei Menschen mit einer Laktoseintoleranz fehlt das Laktase-Gen, was dafür sorgt, dass Milchzucker aufgespalten und somit verstoffwechselt werden kann.

Je nach genetischer Veranlagung können Betroffene jedoch teilweise bestimmte Verbindungen aus Milchzucker in der Nahrung aufnehmen oder auch bis zu einer individuell verschiedenen Menge laktosehaltige Nahrungsmittel zu sich nehmen. Deshalb ist eine Abgrenzung von einer Laktoseintoleranz zu einer Milchallergie, die auch medizinisch als Krankheit definiert ist, entscheidend für den Umgang mit milchhaltigen Lebensmitteln.

Unterscheidung zwischen Laktoseintoleranz und Milchallergie

Weil in den westlichen Ländern milchhaltige Nahrungsmittel zur täglichen Ernährung gehören, werden körperliche Reaktionen auf solche Lebensmittel häufig als Krankheit angesehen und eine Nahrungsumstellung mit dem Verzicht milchhaltiger Produkte fällt häufig schwer. Allerdings muss bei der Diagnose der Laktoseintoleranz klar unterschieden werden, ob die Ursache für die Symptome in einer Laktoseintoleranz, also einer Unverträglichkeit, begründet liegt oder ob es sich um eine Allergie handelt.

Während Menschen mit Laktoseintoleranz häufig bestimmte Käsesorten oder eine geringe Menge an milchhaltigen Produkten vertragen können, zeigen sich bei Betroffenen einer Milchallergie bereits bei kleinsten Mengen laktosehaltiger Nahrungsmittel starke Symptome.

Problematisch an der Unterscheidung von Laktoseintoleranz und Milchallergie ist, dass die Symptome für den Betroffenen zunächst ähnlich sein können. Bei der Laktoseintoleranz, wie auch bei der Milchallergie kommt es nach dem Verzehr von laktosehaltigen Nahrungsmitteln zu Beschwerden wie Bauchschmerzen und -krämpfen, die mit Durchfall und Übelkeit einhergehen können. Je nach Stärke der Laktoseintoleranz beziehungsweise der Allergie wirken sich diese Symptome individuell mehr oder weniger stark aus.

Bei der Milchallergie reagiert der Körper nicht wie bei der Laktoseintoleranz auf den Milchzucker in der Nahrung, sondern auf die enthaltenen Proteine. Das Immunsystem produziert nach der Aufnahme milchhaltiger Nahrungsmittel Antikörper gegen die von ihm als Gefahrenquelle eingestuften Bestandteile. Diese Antikörper des Typs IgE (Immunglobin E) verursachen beim Zusammentreffen mit Proteinverbindungen der Milch heftige allergische Reaktionen. Während sich die Symptome bei Betroffenen einer Laktoseintoleranz genau genommen auf die Organe des Stoffwechsels beschränken, kann eine allergische Reaktion weitreichender ausfallen und zu Asthmaanfällen, Schwellungen und Hautausschlag führen.

Für die Unterscheidung zwischen Laktoseintoleranz und Milchallergie empfiehlt es sich, ein Ernährungstagebuch zu führen, in dem neben den Lebensmitteln stets die Beschwerden und Reaktionen des Körpers auch in zeitlicher Hinsicht festgehalten werden. In den meisten Fällen ergibt die anschließende Diagnose durch einen Facharzt eine Unverträglichkeit, also eine Laktoseintoleranz. Eine Milchallergie ist bei Erwachsenen verhältnismäßig selten und kommt im Gegensatz zu einer Laktoseintoleranz eher bei Säuglingen vor.

Markus Felsmann, Sabrina Mandel

18.12.14

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