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Café Lebensfreude gibt Hoffnung

Krebspatientinnen tauschen sich rege aus

Wer die Diagnose Brustkrebs erhält, ist erst einmal am Boden zerstört. Man wird mitten aus einem gesunden und aktiven Leben gerissen und bekommt große Angst. Um möglichst schnell wieder auf die Beine zu kommen und die Krankheit annehmen zu können, gründete Frau Petra Weißbach, Pflegefachkraft für Brusterkrankungen (BCN), das Café Lebensfreude. Alle paar Monate treffen sich dafür im Klinikum Betroffene für einen regen Erfahrungs- und Informationsaustausch. So sitzen ganz unterschiedliche Frauen jeglichen Alters und jeglichen Krankheits- und Therapieverlaufs zusammen und geben sich Tipps.

Man erfährt hier von Fachleuten neueste Erkenntnisse zu Ernährung, Sport und homöopathischen Hilfsmitteln. Dabei kommt auch der Spaß nicht zu kurz. Es wird gelacht, getratscht, Mut gemacht und Trost gespendet. Die Krankheit verliert so nach und nach ihren Schrecken und Frauen, die es geschafft haben, machen große Hoffnung auch selbst damit fertig zu werden.

In der Gruppe ist man stark und so wurde auch der Halbmarathon von einigen Patientinnen und Frauen des Klinikpersonals, der Bayerischen Krebsberatungsstelle und interessierten Frauen gemeinsam erfolgreich bestritten. Man lernt, wieder Spaß am Leben zu haben und es trotz der Krankheit genießen zu können. Wie viel Spaß das macht, können Sie jetzt lesen:

Wie sich die Dinge manchmal ändern…

Ich mochte sie noch nie, diese Massenveranstaltungen, bei denen sich hunderte schwitzende und um sich tretende Menschen schnaufend durch die Straßen schleppen, hyperventilierend das heiß ersehnte Zieltor vor Augen. Ich bekomme bei so etwas schon beim Zuschauen Seitenstechen. Niemals würde ich mir eine Fitness-Run and Walk-Medaille um den Hals wünschen. Niemals.

26. April 2014 (14.30 Uhr, strahlender Sonnenschein)

Ich stehe im Klenzepark Ingolstadt direkt neben der Exerzierhalle, umgeben von achtzehn hoch motivierten Frauen und einem Mann in signalrotfarbenen Outfits. Mit einem erwartungsfrohen Lächeln im Gesicht posen wir für zahlreiche Fotos. Wir sind nämlich was Besonderes. Nein, keine Top-Models. Dafür haben wir zuviel Figur. Wir sind die Mädels vom Team Lebensfreude.

Was uns verbindet, ist die Diagnose Krebs. Er hat uns stark gemacht. Er lässt uns Dinge tun, an die wir vorher nicht im Traum gedacht hätten. Er drängt uns, alles was Spaß macht, nicht auf die lange Bank zu schieben. Er bewegt uns – im Innern und nach Außen. Letzteres werden wir heute ausleben.

Wir nehmen teil. Am Fitness-Run and Walk. Der Startschuss fällt um 15.00 Uhr. Überraschenderweise werde ich nicht getreten und bekomme keinen Ellbogen in die Rippen gestoßen, als wir uns inmitten der 850 Läufer in Bewegung setzen. Gewohnheitsmäßig bilden sich sofort kleine Grüppchen. Das ist das Tolle am Walken. Frau hat dabei immer genügend Atem, um sich entspannt noch über neueste Rezepte auszutauschen oder über Männer im Allgemeinen oder im Besonderen zu debattieren; wobei ich an dieser Stelle all unseren Männern einen großen Dank aussprechen möchte. Ihr hattet es in der Vergangenheit nicht immer leicht mit uns.

Locker traben wir entlang des Hochwasserdammes, über die Staustufe, fast immer das glitzernde Wasser der Donau im Blick. Manchmal bleiben die etwas zu Eiligen von uns stehen, damit die anderen Lebensfreudigen aufschließen können. Wir schwitzen ganz anständig und fragen unseren persönlichen Coach und Fotografen Martin ab und zu, wie weit es noch bis zum Ziel ist und wie viel Zeit uns bis dahin bleibt. Wir wollen schließlich pünktlich vor der Zielschlusszeit 16.15 Uhr einlaufen. Wieso? Ja, wegen der Medaillen. Ich will jetzt auch so ein Ding. Wie sich die Sicht auf die Dinge manchmal so ändert …

Endlich kommt das Tor zum Klenzepark in Sicht. Die Zuschauer jubeln und feuern uns mächtig an. Wir sind auch nicht zu übersehen in unseren roten T-Shirts und Käppis mit der Aufschrift: ChemoPowerWalk und Team Lebensfreude. Gemeinsam und Hand in Hand schreiten wir durchs Ziel. Die Uhr zeigt 16.13 Uhr. Perfektes Timing. Ich bekomme selbstredend meine erste Medaille aufgrund von sportlicher Leistung umgehängt und bin stolz wie ein Erstklässler bei der Einschulung. Den anderen Mädels geht’s bestimmt genauso.

Es ist das Zusammengehörigkeitsgefühl, dass uns quasi Flügel verleiht. Hätte vor einem halben Jahr nicht gedacht, dass so etwas möglich ist. Für alle, die es interessiert, wir haben es wieder getan. Am 5. Oktober starteten wir in Regensburg zum Leukämie-Lauf. Dort haben wir das Programm noch erweitert um eine Aufwärm-Shopping-Meile durch die Regensburger Altstadtgeschäfte. So viel Zeit im Leben hat Frau immer.

Das Café Lebensfreude steht interessierten Betroffenen offen. Weitere Projekte sind in Planung, darunter auch ein Kochkurs und ein Wellnesstag.

Peggy Mrtvy, Corinna Mauch, Petra Weißbach

Quelle: Leben? Leben! 4/2014

17.03.15

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