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Mehr Lebensqualität für COPD-Patienten

Patienten mit einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) können ihre Atemnot durch Lungensport verringern und somit ihre Lebensqualität erheblich steigern. Darauf weisen die Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) hin.

„Viele der Patienten leiden vor allem bei körperlicher Belastung unter Atemnot“, so Prof. Dr. Dieter Köhler vom wissenschaftlichen Beirat der DGP. Er erklärt, dies sei jedoch nicht nur auf die eingeschränkte Funktion ihrer chronisch verengten Lunge zurückzuführen, sondern auch auf einen Trainingsmangel, der sich aus einem krankheitsbedingten „Teufelskreis“ ergebe. Wer bei körperlicher Anstrengung in Atemnot gerät, tendiert dazu, künftig solche Belastungen zu vermeiden und sich körperlich zu schonen.

Das führt zu einem Trainingsmangel und einem zunehmenden Verlust der körperlichen Fitness, was noch mehr Atemnot verursacht und daraufhin noch mehr körperliche Schonung. Wird dieser Teufelskreis nicht durchbrochen, kann dies für die Betroffenen eine erhebliche Verschlechterung der Lebensqualität und des körperlichen Leistungsvermögens zur Folge haben, die sogar soweit führt, dass die Patienten ganz alltäglichen Aktivitäten wie Einkaufen oder Freunde besuchen nicht mehr nachkommen können. „Um das zu verhindern, raten wir den Patienten zu einer geeigneten Sport- und Trainingstherapie, auch Lungensport genannt“, so Prof. Köhler.

Auch aktives Singen kann Lebensqualität steigern

Neben dem Lungensport, Medikamenten und Rehabilitation kann, so die Lungenärzte der DGP, auch die Teilnahme an einer Gesangsgruppe die Lebensqualität von COPD-Patienten verbessern. „Richtiges Singen zu erlernen, erfordert eine gute Kontrolle über die eigene Atmung und Körperhaltung“, erläutert Dr. Konrad Schultz, Medizinischer Direktor. Eine aktuelle britische Studie habe gezeigt, dass Singen zwar nicht unmittelbar die Lungenfunktion der Patienten verbessert – z. B. scheint es sich nicht auf die Anzahl und Dauer einzelner Atemzüge oder die körperliche Belastbarkeit (gemessen an der Geschwindigkeit, mit der Patienten eine bestimmte Gehstrecke zurücklegen) auszuwirken. Doch Patienten, die an Gesang-Workshops teilnehmen, hätten von einer deutlichen Steigerung ihrer Lebensqualität berichtet.

Insbesondere könne das Singen einen Großteil der Ängste nehmen, unter denen viele Patienten aufgrund ihrer krankheitsbedingten Atemnot leiden. 96 % der Patienten hätten berichtet, dass ihnen das Singen große Freude bereitet. 98 % gaben an, eine neue Atemtechnik erlernt zu haben. Und 81 % empfinden nach dem Singen auch physisch einen deutlichen Unterschied. „Insgesamt scheint das Singen für COPD-Patienten positive psychische und physische Effekte zu haben“, so Dr. Schultz. Zudem sei es frei von unerwünschten Nebenwirkungen.

Training der Muskulatur wichtig

COPD ist eine systematische Erkrankung, bei der sich die krankheitsbedingten Entzündungsprozesse in der Lunge auf den gesamten Körper ausbreiten können, wobei es u.a. auch zu Veränderung der Muskelstruktur mit erheblichem Funktionsverlust kommt. „Insbesondere Patienten mit einem Lungenemphysem, d. h., einer Lungenüberblähung, bei der vor allem das Ausatmen erschwert ist, weisen deutliche Einbußen ihrer Muskelmasse auf“, erklärt Prof. Köhler. Deshalb schränkt nicht nur Atemnot, sondern auch eine Erschöpfung der Muskelkraft die körperliche Leistungsfähigkeit der Betroffenen ein. Körperliche Schonung und Bewegungsmangel treiben diesen Leistungsabfall zusätzlich voran.

Hier ist ein gezielter Aufbau der Muskulatur wichtig, wobei das individuelle Trainingspotential der Patienten vor allem in der Anfangsphase durch das Ausmaß ihrer Atemnot limitiert wird. Einbeiniges Radfahren und Sauerstoff ermöglichen größere Trainingseffekte. Bei auftretender Atemnot während des Trainings kann die Zufuhr von reinem Sauerstoff hilfreich sein, da auf diese Weise eine höhere Sauerstoffsättigung im Blut erreicht wird.

Eine andere Untersuchung habe gezeigt, so Prof. Köhler, dass es beim Fahrradtraining auf dem Ergometer für COPD-Patienten von Vorteil sein kann, wenn sie nacheinander nur mit einem Bein fahren. Beim Einsatz von nur einem Bein sei der Trainingseffekt für den betreffenden Muskel größer als beim zweibeinigen Training, ohne dass dabei der Sauerstoffbedarf des Patienten ansteigt. So wird verhindert, dass einsetzende Atemnot das Training limitiert.

Wie die DGP berichtete, lassen sich durch ein geeignetes körperliches Training die körperliche Leistungsfähigkeit von COPD-Patienten also Schritt für Schritt wieder aufbauen bzw. erhalten. Dabei verringere sich ihre Atemnot, die körperliche Belastbarkeit steige, und die Lebensqualität der Patienten – sowohl physisch als auch psychisch – werde erheblich verbessert.

Quelle: Allergikus 1/2011

12.05.11

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