- Anzeige -
Curado.de Logo

Sie sind hier: Startseite - Krankheiten - Neurologie - Multiple Sklerose - Therapie - Stammzelltransplantation bei MS

Stammzelltransplantation bei MS

Das Immunsystem von MS-Patienten zu ersetzen und damit MS in den Griff zu bekommen – das war das Ziel einer Forschergruppe um Dr. Richard Nash am Colorado Blood Cancer Institute. Fünf Jahre nach der Therapie zeigte sich, dass bei 69 % der 24 Teilnehmer keine neuen MS-Schübe aufgetreten waren bzw. sich keine neue Läsionen gebildet hatten. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift Neurology veröffentlicht.

Die 24 Studienteilnehmer waren zwischen 18 und 60 Jahren alt und an schubförmiger remittierender MS (RRMS) erkrankt. Ihre MS ließ sich auch mithilfe von Medikamenten nicht in den Griff bekommen – während der Therapie kam es immer wieder zu MS-Schüben mit gesundheitlichen Folgen, die die Probanden in ihrem Leben z. T. stark einschränkten. Die Wissenschaftler des Blood Cancer Institutes entnahmen den Teilnehmern zunächst eigene Blutstammzellen. Diese werden bei einer sog. autologen (eigenen) Stammzelltransplantation benötigt, um das Immunsystem der Patienten neu aufzusetzen. Im Anschluss begann eine aggressive Chemotherapie, die die Zellen des defekten Immunsystems zerstörte. Danach erhielten die Patienten die zuvor untersuchten und ausgewählten Blutstammzellen zurück, die das Immunsystem neu bilden sollten.

Ergebnisse der Studie

Drei der 24 Patienten, die an der Studie teilnahmen, verstarben im Zeitraum von fünf Jahren nach der Stammzelltransplantation. Bei ihnen war in dieser Zeit ein Fortschreiten der MS beobachtet worden. Ihr Tod allerdings konnte nicht auf die Stammzelltransplantation zurückgeführt werden. Bei 15 Patienten konnte in den fünf Jahren nach der Stammzelltransplantation eine leichte Verbesserung des EDSS, also des Schweregrads der Behinderung, festgestellt werden, bei fünf Teilnehmern zeigte sich kein Unterschied und bei vier Probanden (zu denen auch die Verstorbenen gehörten) verschlechterte sich der EDSS. In den ersten drei Jahren nach der Stammzelltransplantation traten bei 78 % der Teilnehmer kein Schub und keine neuen Läsionen auf, nach fünf Jahren waren es noch rund 69 %.

Nur für wenige geeignet

Diese Ergebnisse veranlassen Forscher dazu, eine zahlenmäßig größere Phase-III-Studie für die Stammzelltransplantation bei MS zu fordern. Sollten sich die Ergebnisse der jetzigen Studie bestätigen, gehen Forscher davon aus, dass die Stammzelltransplantation für Menschen mit unkontrollierbarer MS eine Therapieoption darstellen könnte. Allerdings handelt es sich um eine sehr aggressive Therapie, die auch das Risiko beinhaltet, unter ihr zu versterben. Denn so lange das neue Immunsystem nicht funktioniert, sind die Patienten anfällig für Infektionen aller Art. Hinzukommt, dass auch die aggressive Chemotherapie, die nötig ist, um das „alte“ Immunsystem auszuschalten, u. U. schwere Nebenwirkungen nach sich ziehen kann.

Quelle: Befund MS 2/2017

17.10.17

Newsletter An-/Abmeldung

Code: DBGL