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Leistenbruch

Ein Leistenbruch wird in der Fachsprache als Hernia inguinalis bezeichnet. Dabei handelt es sich um einen Eingeweidebruch, eine so genannte Hernie, die im Bereich des Leistenkanals auftritt. Der Leistenbruch ist neben dem Nabelbruch, Schenkelbruch und Narbenbruch die häufigste Hernie.

Die Leiste

Die Leiste hat man sich, vereinfacht beschrieben, folgendermaßen vorzustellen: Zwischen den Bauchmuskeln und dem knöchernen Schambein ist im Gebiet der Leiste Bindegewebe wie ein Halteband gespannt. Dieses Bindegewebe ist vom 4 bis 5 cm langen Leistenspalt unterbrochen. Dieser enthält den Processus vaginalis. Bei Frauen verläuft darin das runde Mutterband, welches von der Gebärmutter zu den Schamlippen zieht, bei Männern liegt darin neben den Nerven und Blutgefäßen, die zum Hoden ziehen, auch der Samenstrang.

Durch den Leistenspalt ist die ansonsten straffe und dichte Haltevorrichtung des Bindegewebes also bereits unterbrochen und insbesondere beim Mann entsprechend anfällig für die Entstehung einer Vergrößerung dieser Lücke – den Leistenbruch. Was von Ärzten als Hernia inguinalis bezeichnet wird, ist also ein Aufbrechen oder Aufreißen des bindegewebigen Haltebandes der Leistengegend, welches den Inhalt der Bauchhöhle im Bauchraum hält.

Symptome eines Leistenbruchs

Die meisten Betroffenen spüren den Leistenbruch nicht direkt als solchen, sondern beschreiben eher ein komisches Gefühl in der Leistengegend. Was genau nicht in Ordnung ist, ist häufig zunächst nicht zu ergründen. Manchmal treten Schmerzen in der Leistengegend auf, zudem kann es zu Stuhlunregelmäßigkeiten kommen.

Auffällig wird der Leistenbruch oft erst dann, wenn er sichtbar wird. Dies geschieht durch die Bildung einer Beule oder kleinen Aussackung in der Leistengegend. Man spricht bei diesem Symptom von einem Bruchsack, der sich bei den Betroffenen gebildet hat. Dieser kann bei Männern bis in den Hodensack hineinreichen und so auch als Schwellung oder Vergrößerung des Hodensacks deutlich werden.

Häufig lässt sich ein Bruchsack, besonders im Liegen, zurückdrücken, weshalb sich viele Menschen zunächst den Gang zum Arzt ersparen. Dies ist jedoch ein großer Fehler, denn wer an einem Leistenbruch leidet, gehört in ärztliche Behandlung. Erfolgt diese nicht, kann sich aus der bis dahin relativ harmlosen Erkrankung eine gefährliche mit Lebensgefahr für die Betroffenen entwickeln.

Die Entstehung eines Bruchsackes erfolgt, weil Teile der Eingeweide, z. B. Darmschlingen, sich durch den Bruch aus der Bauchhöhle hinausschieben. Gefährlich wird es dann, wenn eine solche Darmschlinge abgeklemmt wird. Wenn der Darm dadurch nicht mehr durchlässig ist, führt dies zu einem Darmverschluss (Ileus), aus dem als Folge ein Darmdurchbruch entstehen kann.

Durch das Abklemmen einer Darmschlinge kann es zudem passieren, dass ein Teil des Darmgewebes nicht mehr durchblutet wird. Dauert dieser Zustand zu lange an, stirbt das betroffene Gewebe ab, der Mediziner spricht von einer Nekrose. Diese führt in der Regel zu einer Entzündungsreaktion, die sich ausbreiten kann – und dann droht eine lebensgefährliche Bauchfellentzündung (Peritonitis). Betroffene sollten daher bereits bei einem Verdacht auf einen Leistenbruch unbedingt einen Arzt aufsuchen und ihre Beschwerden genauestens medizinisch abklären lassen.

Häufigkeit von Leistenbrüchen

Leistenbrüche gehören zu den häufigsten Krankheiten weltweit. Allein in Deutschland treten pro Jahr mehr als 250.000 Neuerkrankungen auf. Dabei ist der Leistenbruch keine neue Erscheinung, die mit einer bestimmten Lebensweise in Verbindung gebracht werden kann, denn schon Hippokrates hat vor rund 2.500 Jahren den Leistenbruch zu den „allgemein herrschenden Krankheiten“ gezählt.

Ein Leistenbruch ist meist Männersache. Auf acht erkrankte Männer kommt im Schnitt nur eine erkrankte Frau. Grund dafür sind die im Leistenspalt des Mannes befindlichen Gefäße und Nerven zur Versorgung der Hoden und der Samenstrang – dadurch ist das Gewebe bereits stärker durchbrochen und entsprechend anfälliger für ein Herausdringen von Teilen der Eingeweide aus der Bauchhöhle.

Man geht davon aus, dass bei 4 % der Männer ein Leistenbruch diagnostiziert wird. Man unterscheidet dabei zwei Formen, den angeborenen Leistenbruch, der auch als indirekter Leistenbruch bezeichnet wird, und den direkten bzw. erworbenen Leistenbruch. Die häufigste Form ist der indirekte Leistenbruch, der etwa 1 % bis 3 % aller Kinder betrifft. Er tritt zu 49 % auf der rechten und zu 38 % auf der linken Seite auf. Eine beidseitige Form wird bei 13 % der Kinder diagnostiziert, die an einem angeborenen Leistenbruch leiden. Bei Frühgeborenen ist die Zahl der Leistenbrüche leicht erhöht. In dieser Gruppe sind ca. 5 % der Kinder betroffen.

Leistenbruch-Operationen sind weltweit die am häufigsten durchgeführten Operationen. Sie machen ca. ein Fünftel aller chirurgischen Eingriffe aus.

Lydia Köper

13.02.15

Leistenbruch
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