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Die Deutsche SauerstoffLiga LOT e. V. - Leitliniengerechte Langzeit-Sauerstofftherapie

Sauerstoff ist Leben, so lautet der Slogan der Deutschen SauerstoffLiga LOT e. V.

Mit Sauerstoff verbindet man Gesundheit, Vitalität, Leistungsfähigkeit und Jugend. Sauerstoff wird bereits in Discos als Vitaldrink angeboten. Selbst eine renommierte Firma für Mineralwasser wirbt mit Sauerstoffwasser. Nicht zu vergessen die legendäre Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie nach Ardenne. Dort können Patienten für viel Geld mehrmals am Tag Sauerstoff inhalieren, verbunden mit Vitamindrinks. Patienten, die eine Sauerstoff-Langzeittherapie benötigen, haben aber keinen Jugendwahn, sondern sie müssen Strategien entwickeln, um mit Sauerstoff zu überleben.

Welche Erkrankungen haben Patienten, die eine Sauerstoff-Langzeittherapie benötigen?

Man unterscheidet drei Formenkreise:

  1. Patienten mit fortgeschrittenen chronischen Lungenerkrankungen, bei denen die Lunge aufgrund struktureller Veränderung nicht mehr in der Lage ist, genügend Sauerstoff aufzunehmen, z. B. beim Lungenemphysem, der COPD oder Lungenfibrose.
  2. Patienten mit schwerer fortgeschrittener chronischer Herzerkrankung, bei der das Herz nicht mehr die Leistung erbringen kann, um das sauerstoffreiche Blut in die Organe zu pumpen.
  3. Muskuläre und neurologische Erkrankungen, bei denen die Atemmuskulatur die nötige Atemarbeit nicht mehr schafft, um den Sauerstoff in die Lunge zu pumpen.

Wie macht sich ein chronischer Sauerstoffmangel bemerkbar?

Der Patient leidet unter zunehmender Atemnot bei körperlicher Belastung. Am frühesten macht sich die Atemnot beim Treppensteigen bemerkbar. Später kommt der Patient schon beim Anziehen oder bei ganz normalen Alltagsbelastungen außer Puste. Weitere Symptome sind allgemeiner Leistungsabfall, Konzentrationsschwäche, Schlaflosigkeit oder Depressionen.

Wie wird der Sauerstoffmangel festgestellt?

Ein Sauerstoffmangel lässt sich durch ein sog. Pulsoxymeter feststellen, das der Patient kurzfristig am Finger trägt. Hiermit wird nur die Sauerstoffsättigung gemessen. Die Voraussetzung für eine Sauerstofflangzeittherapie sind aber arterielle Blutgasanalysen. Um aufwendige Punktionen aus der Arterie zu vermeiden, wird das Ohrläppchen mit durchblutungsfördernder Salbe zehn Minuten vor dem Test eingeschmiert, dann wird mit kleinen Kapillarröhrchen Blut abgenommen, wie bei einer Blutzuckerbestimmung.

Für die Verordnung von Sauerstoff müssen die Blutgase in Ruhe und/oder unter körperlicher Belastung und in der Nacht bestimmt werden. Als Belastungstest hat sich der 6-Minuten-Gehtest durchgesetzt. Der Patient wird aufgefordert, eine markierte Wegstrecke, meist 25 bis 50 Meter lang in einem für ihn normalen Tempo sechs Minuten lang zu gehen. Pausen sind erlaubt. Die zurückgelegte Gehstrecke und die Bestimmung der Blutgase nach der Belastung zeigen, ob der Patient auch unter Belastung Sauerstoff braucht. Gleichzeitig muss der Patient auf einer Skala seine Atemnot angeben, die zwischen 10 (sehr schwer) und null (keine) ausfallen kann (Borg-Skala).

Die Blutgaswerte müssen in Ruhe und/oder unter Belastung unter 55 mmHg liegen. Hat der Patient bereits eine fortgeschrittene chronische Unterversorgung mit einer nachweisbaren Rechtsherzbelastung oder einer Polyglobulie (zu viele rote Blutkörperchen) liegt der Grenzwert bereits bei 60 mmHg.

Anschließend wird der Patient unter den gleichen Bedingungen in Ruhe und unter Belastung mit Sauerstoff getestet. Die Literzahl pro Minute richtet sich danach, ab wann der Patient den geforderten Wert von > 55 bzw. >60 mmHg sowohl in Ruhe und/oder Belastung erreicht. Bei fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung genügt auch ein Anstieg der Blutgaswerte um mindestens 10 mmHg. Die Bestimmung der Blutgaswerte ist nur beim Lungenfacharzt, in einer Klinik oder in einer pneumologischen Reha möglich.

Welche Geräte werden für die Langzeit-Sauerstofftherapie verordnet?

Der Arzt entscheidet zusammen mit dem Patienten über das für ihn geeignete Gerät. Grundsätzlich gilt, dass immobile Patienten, d. h. Patienten, die das Haus nicht mehr verlassen können, mit einem Konzentrator ausreichend versorgt sind. Für die gewünschte Mobilität, z. B. für einen Hausarztbesuch, reichen dann Gasdruckflaschen, die nur unter Belastung benutzt werden. Konzentratoren sind Geräte, die an der Stromversorgung angeschlossen sind und die Raumluft zu reinem Sauerstoff komprimieren. Sie sind relativ groß, wiegen meistens über 20 kg und haben einen Geräuschpegel von über 35–40 Dezibel. Die Stromkosten dieses Gerätes muss die Gesetzliche Krankenversicherung übernehmen.

Als Kompromiss für den gelegentlichen aushäusigen Gebrauch gibt es dazu noch Gasdruckflaschen. Sie haben den Vorteil, dass sie nach Gebrauch wieder verschlossen werden können. Sie sind aber so schwer, dass die Mobilität durch das Eigengewicht der Flasche oft aufgehoben wird. Ein Patient, der mobil sein will und sein kann, sollte mit einem Flüssigsauerstoffsystem versorgt werden. Das Flüssigsauerstoffsystem besteht aus einem Vorratstank, meistens mit 41 l Flüssigsauerstoff – entsprechend 34.973 l gasförmigen Sauerstoffs. Der Patient benutzt den großen Tank in Ruhe und in der Nacht und füllt sich für seine Mobilität einen kleinen mobilen Tank ab. Wenn der Patient ein kleines, leichteres mobiles Gerät benutzen möchte, das aufgrund eines Sparsystems auch eine längere Nutzungsdauer hat, muss er vorher auf seine Demandfähigkeit getestet werden d. h., ob er dieses Ventil auch auslösen kann. Bei dem Sparautomaten handelt es sich um ein Ventil, das sich beim Einatmen öffnet, um die entsprechende Sauerstoffwolke abzugeben. Beim Ausatmen schließt es, sodass dadurch Sauerstoff gespart werden kann.

Eine Renaissance haben die Konzentratoren erfahren, allerdings nicht mehr als schwere immobile Standkonzentratoren, sondern als transportable, immer leichter werdende Koffer bis hin zum Minikonzentrator, der sogar am Gürtel getragen und im Auto am Zigarettenanzünder wieder aufgeladen werden kann. Sie sind aber für eine Rundumversorgung eines mobilen Patienten nicht geeignet. Ihr Einsatz beschränkt sich auf ein bis vier Stunden, je nach Gerät bei Stufe zwei mit einem Akku, und ist bei den kleineren Geräten nur im Demandmodus durchführbar. Ein zusätzlicher Nachteil ist die störende Geräuschentwicklung bei Flussmengen über 2 l. Zusätzlich gibt es noch Home-fill-Stationen, die dem Patienten eine autonome individuelle Sauerstoffversorgung versprechen. Der Patient benutzt den Konzentrator zuhause und kann sich gleichzeitig bei dem Wunsch nach Mobilität eine Gasdruckflasche abfüllen. Die Schwierigkeiten liegen im Detail (Flowmengen, Demandmodus der Flaschen …). Es ist für die Krankenkasse sicher eine kostengünstige, aber für den Patienten jedoch die schwierigste Sauerstoffversorgung.

Der Lungenfacharzt schreibt dann eine Verordnung entsprechend den Leitlinien für eine Langzeit-Sauerstofftherapie für die Krankenkasse aus. Je detaillierter die Angaben über den tatsächlichen Sauerstoffbedarf sind, umso leichter ist die Durchsetzung dieser Therapie bei den Krankenkassen. Er legt aufgrund von umfangreichen Blutgasanalysen die Literzahl Sauerstoff/Min fest, die der Patient in Ruhe, nachts oder bei Belastung braucht, um das in den Leitlinien geforderte pa02 > 55 mmHg oder bei zusätzlicher Polyglobulie oder Rechtsherzbelastung von > 60 mmHg zu erreichen. Denn Sauerstoff ist nach wie vor ein Medikament, das vom Arzt verordnet werden muss und mit dem der Patient verantwortlich und nur nach Vorschrift umgehen sollte. Deshalb bekommt der Patient einen Sauerstoffpass, in dem seine persönlichen Blutgaswerte und die eingestellte Literzahl in Ruhe, unter Belastung und im Schlaf regelmäßig eingetragen werden. Nach den Leitlinien zur Langzeit-Sauerstofftherapie soll eine Kontrolle der Blutgaswerte einmal im Quartal beim Lungenfacharzt erfolgen oder natürlich bei einer akuten Verschlechterung.

Die Einweisung in das individuelle Sauerstoffgerät und die weitere Betreuung übernimmt der Sauerstoff-Lieferant. Er ist für eine lückenlose Versorgung verantwortlich. Er transportiert den gefüllten Tank in die Wohnung des Patienten und tauscht sie je nach der vorgeschriebenen Füllfrequenz in einem festgelegten Rhythmus aus. Bei technischen Schwierigkeiten oder wenn es einmal zu Engpässen bei der Versorgung kommt, gibt es bei jedem Lieferanten eine Hotline, über die der Patient 24 Stunden lang sofortige Hilfe bekommt.

Ein Patient mit einer Sauerstofflangzeittherapie ist von einer modernen Technik abhängig, die sich von Jahr zu Jahr ändert. Nicht alles, was machbar ist, ist auch noch sinnvoll. Nicht jedes Gerät ist für seine Bedürfnisse geeignet. Nicht jede Krankheit verläuft gleich. Es wird sich immer um eine individuelle Versorgung handeln.

Quelle: COPD und Asthma 1/12

17.01.13

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