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Wie entwickeln sich Leukämien im Kindesalter

24.01.10.

Leukämie ist die häufigste lebensbedrohliche Erkrankung im Kindesalter. Wie und warum es zu der Entstehung von Leukämien kommt, ist immer noch eine der wichtigsten unbeantworteten Fragen in der Krebsforschung. Ob bei der Entstehung auch die Genetik eine Rolle spielt, werden in den nächsten zwei Jahren Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover erforschen. Die Studie wird von der José Carreras Leukämie-Stiftung gefördert.

Häufig sind Veränderungen des Chromosoms 21 (Trisomie 21) und der auf diesem Chromosom liegenden Gene an der Leukämieentstehung beteiligt. Die Forscher werden Hautzellen von Patienten mit Trisomie 21 oder anderen genetischen Veränderungen, die zu Leukämien führen können, zu „Alleskönner-Zellen“ – den sog. iPS-Zellen – reprogrammieren. Ähnlich wie embryonale Stammzellen sind diese Zellen in der Lage, jegliche Zelltypen des menschlichen Körpers zu bilden. Solche krankheitsspezifischen iPS-Zellen werden anschließend verwendet, um genetische Netzwerke und die Entwicklung von Leukämien in einer Kulturschale zu untersuchen und neue Therapie-Verfahren zu erproben.

Bis jetzt konnten diese Prozesse nur unzureichend untersucht werden, da bei Kindern nicht genug spezifische Zellen für die aufwändigen Untersuchungen gewonnen werden konnten. Die iPS-Technologie stellt dafür einen wegweisenden Durchbruch dar, indem sie die Gewinnung und praktisch unbegrenzte Vermehrung von krankheitsspezifischen Zellen aus unproblematischen Gewebeproben erlaubt und somit ein breites Spektrum an Forschungsmöglichkeiten eröffnet.

Quelle: José Carreras Leukämie-Stiftung/Medizinische Hochschule Hannover

Aus Befund Krebs 4/2009

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