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Berufsbedingte Lungenerkrankungen: Mehr Aussicht auf Entschädigung

Künftig haben Arbeiter in Deutschland bessere Chancen, dass ihre berufsbedingten Erkrankungen aufgrund von Asbestbelastung erkannt und umfassender entschädigt werden. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) hat jetzt gemeinsam mit anderen Fachgesellschaften eine neue Leitlinie zur Diagnostik und Begutachtung asbestbedingter Krankheiten entwickelt und veröffentlicht.

„Damit können asbestbelastete Arbeiter nun hoffen, dass ihre Erkrankungen entsprechend dem heutigen medizinisch-wissenschaftlichen Kenntnisstand untersucht, begutachtet und entschädigt werden“, erläutert Prof. Dr. Xaver Baur, Ordinarius für Arbeitsmedizin an der Universität Hamburg und Direktor des Zentralinstitutes für Arbeitsmedizin und Maritime Medizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Konventionelle Röntgenuntersuchungen wiesen oft eine zu geringe Sensitivität auf, so Prof. Baur. Daher empfehle die neue Leitlinie eine Computertomografie, eine eingehende Anamneseerhebung und eine qualitätsgesicherte Lungenfunktionsprüfung mit Belastung zur genaueren Abklärung asbestbedingter Schäden.

Eine langjährige Asbestbelastung kann zu verschiedenen restriktiven oder obstruktiven Erkrankungen (d. h. die Ein- oder Ausatmung behindernden Atemwegsverengungen) führen. Die Funktionseinschränkungen bei Patienten, bei denen sich nur geringe asbestbedingte radiologische Veränderungen finden lassen, legen aber nahe, dass die Betroffenen nicht nur mineralischen Fasern, sondern auch anderen Stäuben ausgesetzt waren.

Das Einatmen solcher Stäube könne die Entwicklung einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) mit oder ohne Lungenemphysem verursachen, erklärt Prof. Baur. „Daher fordern wir Lungenärzte vom Gesetzgeber, künftig auch eine Erkrankung an COPD infolge einer langjährigen und hohen Belastung durch anorganische Stäube als Berufskrankheit anzuerkennen.“

Quelle: Allergikus 2/2011

02.08.11

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