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Lungenhochdruck

Lungenhochdruck ist der Oberbegriff für Erkrankungen, deren Gemeinsamkeit darin besteht, dass der Blutdruck im Lungenkreislauf chronisch erhöht ist. Wird der Lungenhochdruck von keiner bekannten Ursache bzw. Erkrankung ausgelöst, spricht der Mediziner von idiopathischem Lungenhochdruck. Tritt diese Erkrankung bei zwei oder mehr Familienmitgliedern auf, wird sie als familiärer Lungenhochdruck bezeichnet. Diese beiden Formen sind vergleichsweise selten: Experten gehen von einer Inzidenz von rund ein bis drei Betroffenen auf eine Million Einwohner pro Jahr aus.

In vielen Fällen ist pulmonale Hypertonie eine Begleiterscheinung von bestimmten Grunderkrankungen. Insbesondere im Zusammenhang mit einer HIV-Infektion oder Kollagenosen tritt Lungenhochdruck häufig auf. Rund 0,5 % der HIV-Infizierten leiden an pulmonal-arterieller Hypertonie. Damit haben HIV-Patienten ein bis zu 1000fach höheres Risiko an Lungenhochdruck zu erkranken als andere Menschen. Bei Menschen mit Kollagenosen ist die Prävalenz höher: Rund 10-20 % der Menschen mit Sklerodermie oder Mischkollagenosen sowie 3-5 % der an systemischem Lupus erythematodes Erkrankten haben Lungenhochdruck.

Das Blutgefäßsystem: Kleiner und großer Blutkreislauf

Das Blutgefäßsystem ist ein geschlossener Kreislauf. Der Teil der Gefäße, der vom Herzen weg zu den Organen und wieder zurück führt, wird als Körperkreislauf oder auch großer Blutkreislauf bezeichnet. Ein weiterer Kreislauf – der sog. Lungenkreislauf oder kleine Blutkreislauf – transportiert das Blut durch die Lungen. Dabei wird der Gasaustausch vollzogen, d. h., Sauerstoff aus der eingeatmeten Luft ins Blut aufgenommen und Kohlendioxid aus dem Blut in die Atemluft abgegeben. Das mit Sauerstoff angereicherte Blut fließt dann zum Herzen zurück und wird anschließend wieder in den Körperkreislauf gepumpt.

Der Druck im Lungenkreislauf ist geringer als der Blutdruck im Körperkreislauf, da die Gefäße hier meist einen größeren Querschnitt haben und ihr Gefäßwiderstand geringer ist. Bei gesunden Menschen liegt der pulmonale Mitteldruck selten über 20 mmHg in Ruhe. Eine latente pulmonale Hypertonie liegt bei Werten zwischen 21-24 mmHg vor.

Formen des Lungenhochdrucks

Ursprünglich wurde die pulmonale Hypertonie lediglich in primäre und sekundäre Formen untergliedert. Zu den primären Formen zählte man jene, die nicht auf bestimmte Ursachen bzw. Primärerkrankungen zurückzuführen waren. Lungenhochdruck, bei dem ein Auslöser benannt werden konnte, wurde als sekundärer Lungenhochdruck bezeichnet.

Da sich damit die verschiedenen Formen nicht ausreichend genau voneinander abgrenzen ließen, wurde 1998 auf der Konferenz der Weltgesundheitsorganisation in Evian (Frankreich) eine neue Gliederung vorgestellt. Im Rahmen der dritten Weltkonferenz für Pulmonale Hypertonie, die im Jahr 2003 in Venedig stattfand, wurden die Klassifikation und die Bezeichnungen der Formen von Lungenhochdruck noch einmal überarbeitet.

Klassifikation der pulmonalen Hypertonie
(ESC/DGK Pocket-Leitlinien: Diagnostik und Therapie der pulmonalen Hypertonie, 2010)

1. Pulmonal-arterielle Hypertonie (PAH)
(z. B. idiopathisch, familiär, assoziiert mit Erkrankungen oder durch Medikamenteneinwirkung)

1.1 Pulmonale vino-occlusive Erkrankung und/oder pulmonale kapilläre Hämangiomatose

2. Pulmonale Hypertonie bei Linksherzerkrankung
(z. B. Linksseitige Klappenerkrankungen)

3. Pulmonale Hypertonie infolge von Lungenerkrankungen und/oder Hypoxie
(z. B. COPD, Schlafapnoe-Syndrom)

4. Pulmonale Hypertonie aufgrund chronischer thrombotischer und/oder embolischer Erkrankungen
(z. B. Lungenembolie)

5. Pulmonale Hypertonie mit unklarem oder multifaktoriellem Mechanismus (z. B. Sarkoidose, Morbus Gaucher)


Antje Habekuß

21.02.14

Lungenhochdruck
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