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Lungenkrebs: Neuer Ansatz für Chemotherapie

Lungenkrebs: Neuer Ansatz für Chemotherapie

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Eine erhöhte Konzentration des Enzyms „Histondeacetylase 2“ in Tumorzellen scheint die Überlebenschancen von Lungenkrebspatienten zu verringern. Dies hat ein Forscherteam um Dr. Oliver H. Krämer an der Universität Jena herausgefunden. Nun wollen die Wissenschaftler die Mechanismen klären, durch die das Enzym das Tumorwachstum fördert. Ziel ist es, darauf aufbauend Anknüpfungspunkte für eine Chemotherapie ausfindig zu machen. Das berichtet die Wilhelm-Sander-Stiftung, die das Projekt finanziell unterstützt.

Eine Fehlregulation bestimmter Eiweiße in der Körperzelle kann die Entstehung von Tumoren und letztendlich von Krebs hervorrufen. Durch die Streuung von Krebszellen, die sog. Metastasierung, entstehen Tochtergeschwüre des Tumors im Körper. Die Bildung solcher Metastasen verschlechtert die Heilungschancen einer Krebserkrankung drastisch. Chemotherapeutische Medikamente gehören zum Arsenal klinischer Strategien gegen Krebs.

Um die richtigen Chemotherapeutika zu finden, ist es wichtig, die molekularen Veränderungen in der Zelle detailliert zu verstehen. In zahlreichen Tumoren haben Forscher das Enzym „Histondeacetylase 2“, kurz „HDAC2“, in erhöhter Konzentration festgestellt. Dr. Krämer und sein Team konnten bei Lungenkrebsproben zeigen, dass ein erhöhter Spiegel dieses Eiweißes die Überlebenschancen der Patienten verringert. Die Wissenschaftler gehen deshalb davon aus, dass HDAC2 eine wichtige Rolle bei der Tumorbildung spielt. Bereits bekannt war, dass HDAC2 als Steuerungselement die Produktion und Funktion von Eiweißen in der Zelle reguliert.

Nun haben die Forscher detailliertere Beobachtungen gemacht: HDAC2 alleine oder zusammen mit ihm verwandten Proteinen aktiviert u. a. Gene und Eiweiße, die eine Metastasierung begünstigen. Umgekehrt führte eine Hemmung von HDAC2 durch geeignete Substanzen im Tiermodell zu einer Verminderung des Wachstums von Tumoren und blockierte die Metastasierung. Aufgrund dieser Tatsachen kann HDAC2 nicht nur als ein wichtiges Indiz dienen, um bösartige Zellen und Gewebe zu identifizieren, sondern bietet gleichzeitig einen möglichen Angriffspunkt für die Therapie von Krebs.

Quelle: BK 4/2011

20.02.12

Therapie von Lungenkrebs
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