Mit PET/CT selbst kleinste Tumoren präzise lokalisieren
03.08.07.
Bildgebende Verfahren, für Diagnostik und Behandlung von Tumorerkrankungen unverzichtbar, sollten gleichzeitig so präzise und so wenig belastend wie möglich sein. Die Verfahren Positronen-Emissions-Tomografie (PET) und Computertomografie (CT) ergänzen sich in dieser Hinsicht perfekt und ermöglichen äußerst detailgenaue Einblicke in das Innere des Körpers: Mit nur einer Untersuchung lassen sich selbst kleinste Tumoren aufspüren und zielgenau lokalisieren.
PET und CT – eine effiziente Kombination
Eine kombinierte PET/CT-Untersuchung bildet jeweils unterschiedliche Strukturen des Körperinneren ab: Die PET macht Stoffwechselprozesse von Körperzellen sichtbar. Grundlage dieses Verfahrens ist die Tatsache, dass nahezu alle Körperzellen Traubenzucker als „Grundnahrungsmittel“ benötigen. Da sich Krebszellen häufiger teilen als gesunde Zellen, benötigen sie wesentlich mehr Energie – folglich auch mehr Traubenzucker. Daher bekommt der Patient etwa 45 Minuten vor der PET-Untersuchung schwach radioaktiv markierten Traubenzucker verabreicht, der sich genau wie „normaler“ Traubenzucker in den Körperzellen anreichert. Der beschleunigte Zellstoffwechsel der Krebszellen führt zu einer höheren Anreicherung des radioaktiv markierten Traubenzuckers im Tumor, welche dann bei der PET-Analyse sichtbar wird: Die Krebszellen erscheinen auf dem PET-Bild als leuchtende Punkte und lassen sich so präzise von gesunden Körperzellen abgrenzen. Selbst wenige Millimeter große Tumorzellen sind deutlich zu erkennen.
Allerdings lassen sich Gewebestrukturen per PET-Lokalisierung nicht so gut abbilden, weshalb Organe bzw. Knochen weniger deutlich zu erkennen sind. Hier kommt die Computertomografie (CT) ins Spiel: Mittels eines CT-Kontrastmittels werden während der CT-Untersuchung die verschiedenen Gewebestrukturen sichtbar gemacht und Knochen, innere Organe oder Hohlräume in verschiedenen Grautönen dargestellt. Auch Dichteunterschiede in den Organen lassen sich gut erkennen und liefern wichtige Hinweise auf das Vorliegen möglicher bösartiger Veränderungen oder anderer Erkrankungen. Werden das CT-Bild und die PET-Aufnahme schließlich übereinander gelegt, erscheint die CT-Aufnahme als eine Art dreidimensionale Landkarte des menschlichen Körpers, auf der das darüber gelegte PET-Bild die Gewebebereiche mit erhöhter Aktivität genau anzeigt.
Vorteile des PET/CT-Verfahrens
Der große Vorteil des PET/CT-Verfahrens ist neben der Kürze der eigentlichen Untersuchung, dass zwei Untersuchungen zeitgleich durchgeführt werden können und dem Patienten dadurch eine zeitaufwendige Doppeluntersuchung erspart bleibt. Außerdem sind die Voraussetzungen für beide Aufnahmen, z. B. Körperlage oder Tagesform des Patienten, identisch, was für die Beurteilung der Bilder wichtig sein kann. Und da dem Arzt die PET/C-Bilder bereits nach wenigen Stunden vorliegen, kann der Patient schon innerhalb von einigen Tagen mit dem Ergebnis rechnen.
Neben der frühzeitigen und zuverlässigen Erkennung selbst kleinster Krebsherde kann mit dem Verfahren gleichzeitig die exakte Ausdehnung von Tumorherden ermittelt werden. Auch ein mögliches Wiederauftreten einer Krebserkrankung lässt sich früher erkennen. Besonders geeignet ist ein PET/CT-Scan auch, um vor einer Tumoroperation oder Gewebeentnahme das entsprechende Gewebeareal exakt zu lokalisieren. Neuere Studien weisen darauf hin, dass die Methode bei der Bestrahlungsplanung von Krebserkrankungen immer wichtiger wird. Zudem lässt sich der Verlauf einer Chemo- oder Strahlentherapie exakt beobachten, was wichtige Rückschlüsse über den Erfolg einer Behandlungsstrategie zulässt. Seit kurzem wird das PET/CT-Verfahren ambulant und stationär von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet – allerdings nur für nicht kleinzellige Lungenkarzinome.
Susanne Aping
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