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Lungenpatienten: Auf Flugreisen für ausreichend Sauerstoff sorgen

Ob es mit dem Flugzeug in den Urlaub oder beruflich in die Luft geht: Menschen mit einer Lungenerkrankung wie COPD sollten vor dem Antritt einer Flugreise abklären, ob sie an Bord zusätzlichen Sauerstoff benötigen.

Dazu raten die Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). In einer Pressemitteilung der DGP weisen sie darauf hin, dass COPD-Patienten auf Flugreisen sechsmal häufiger Anfälle von Atemnot erleiden als Gesunde. Dies habe eine Studie norwegischer Forscher ergeben, berichtet Prof. Dr. Dieter Köhler vom wissenschaftlichen Beirat der DGP. Der sog. Sauerstoffpartialdruck der eingeatmeten Luft sei etwa auf einem Langstreckenflug ähnlich wie im Gebirge.

Langstreckenflugzeuge bewegen sich meist in einer Höhe von 9 bis 11 km, sodass während eines Fluges der Kabinendruck sinkt. „Dann herrschen in etwa die gleichen Bedingungen wie im Gebirge in 2.000 bis 2.500 Meter Höhe“, erklärt Prof. Köhler. Deshalb sinke auch der Sauerstoffpartialdruck im arteriellen Blut – und zwar von 70 mmHg auf etwa 50-60 mmHg, was einer Sauerstoffsättigung des Blutes von 90 % oder etwas weniger entspricht. Für einen gesunden Menschen sei dies i. d. R. unproblematisch, da der verminderte Sauerstoffdruck durch eine schnellere, tiefere Atmung ausgeglichen werde.

Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen wie COPD oder Lungenhochdruck bzw. Lungenfibrose können allerdings, so Prof. Köhler, bereits unter normalen Bedingungen einen erniedrigten Sauerstoffpartialdruck im (arteriellen) Blut von 60 mmHg haben. Damit benötigen sie zwar meist am Boden keine Sauerstoffzufuhr – doch wenn in der Flugzeugkabine der Druck weiter fällt, kann die kritische Grenze von 50 mmHg schnell unterschritten werden. Dann wird die Gabe von Sauerstoff empfohlen. Bei Langstreckenflügen wird ein Mindestsauerstoffpartialdruck von 55 mmHg empfohlen.

Die Gabe von zusätzlichem Sauerstoff hängt vom Gesundheitszustand des Patienten, aber auch von der Flugdauer und vom Flugzeugtyp ab. So ist in einigen Flugzeugtypen der Kabinendruck geringer als in anderen. „Betroffene Patienten sollten daher rechtzeitig vor einer beabsichtigten Flugreise unbedingt einen Kontrolltermin mit ihrem Lungenfacharzt vereinbaren“, rät Prof. Köhler. Wer bei einem Flug voraussichtlich auf zusätzlichen Sauerstoff angewiesen ist, sollte vorab mit der Fluggesellschaft klären, ob ein tragbares Sauerstoffgerät zur Verfügung gestellt werden kann bzw. dessen Mitnahme erlaubt ist, welche Kosten damit verbunden sind und inwiefern die Versicherung diese übernimmt, so informieren die Lungenärzte.

Quelle: Allergikus 2/2011

09.08.11

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