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Innovativer Therapieansatz

Frau

Foto: Shutterstock

Forscher der Universität Erlangen-Nürnberg haben ein Enzym entdeckt, mit dessen Hilfe sich Autoimmunreaktionen im menschlichen Körper unterdrücken lassen. Die Studie der Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Falk Nimmerjahn weckt Hoffnungen auf neue therapeutische Möglichkeiten zur Bekämpfung der Multiplen Sklerose, aber auch von Erkrankungen wie Arthritis oder Systemischem Lupus Erythematodes (SLE). Ihre Forschungsergebnisse haben die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) veröffentlicht.

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Das menschliche Immunsystem ist in der Lage, Bakterien und Viren, die in den Körper eingedrungen sind, effizient zu bekämpfen und so den Organismus vor lebensbedrohlichen Infektionen zu schützen. Kommt es jedoch zu einer Fehlsteuerung im Immunsystem, kann dies dazu führen, dass die Antikörper gesundes Gewebe angreifen und im schlimmsten Fall chronische Erkrankungen wie Multiple Sklerose auslösen.

Antikörper gezielt bekämpfen

Die Gruppe um Prof. Dr. Nimmerjahn hat nun in Zusammenarbeit mit einer Arbeitsgruppe der Universität Lund (Schweden) einen besonders erfolgversprechenden Therapieansatz gefunden, der die schädigende Wirkung der Antikörper blockiert: Sie haben ein bakterielles Enzym identifiziert, das die sog. Zuckerseitenkette des Antikörpers entfernt. Das Zuckermolekül ist Bestandteil jedes Antikörpers. Fehlt die Zuckerseitenkette, kann der Antikörper nicht funktionieren und verliert seine entzündliche Wirkung. Bisher war es der Wissenschaft noch nicht möglich, diese Schwachstelle der Antikörper gezielt anzugreifen.

Erste Erfolge am Tiermodell

Am Tiermodell ist es den Wissenschaftlern gelungen, eine Reihe von Autoimmunerkrankungen erfolgreich zu unterdrücken. Außerdem konnten sie zeigen, dass auch menschliche Antikörper nach Behandlung mit dem Enzym ihre entzündliche Wirkung verlieren können. Ein großer Vorteil der neuen Therapie ist nach Auffassung der Forschergruppe, dass das Enzym gezielt auf bestimmte Antikörper wirkt und nicht – wie derzeit gängige Verfahren – das Immunsystem komplett unterdrückt und die Patienten anfällig für Infektionen macht.

Quelle: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Aus Befund MS 3/08

08.01.09

Behandlung des Lupus erythematodes
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