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Wenn Sie an Ihrer Krankheit schwer zu schlucken haben …

Zu den Begleiterscheinungen einer Multiplen Sklerose können Kau- und Schluckstörungen zählen, die sich durch einige charakteristische Symptome bemerkbar machen, auf jeden Fall aber ärztlich genauestens abgeklärt werden müssen. Die endoskopische Schluckdiagnostik ist meistens schmerzfrei. Danach gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, aber auch praktische Tipps, die die Beschwerden lindern.

Zumeist äußert sich das Problem durch häufiges Verschlucken bei der Nahrungs- oder Flüssigkeitsaufnahme, durch schmerzhaftes Steckenbleiben von Essen in Hals oder Rachen und durch Husten oder Erstickungsanfälle. Das Gefühl eines vermehrten Speichelflusses kann sich einstellen, da die sich ansammelnde Flüssigkeit, die nicht geschluckt werden kann, im Mund verbleibt und z. T. auch zu einer feuchten, gurgelnden Sprache führt. Auch Lungenentzündungen und/oder Fieberschübe können ein Hinweis auf eine Schluckstörung sein.

Die Folge der Beschwerden sind oft Mangelernährung mit Gewichtsverlust und Flüssigkeitsmangel, aber vor allem leidet die Lebensqualität unter dem Verlust von Ess- und Trinkgenuss. Deshalb sollte nach der diagnostischen Abklärung eine Schlucktherapie durch speziell ausgebildete Logopäden oder Physiotherapeuten durchgeführt werden. Sie leiten den Patienten zu gezielten Funktionsübungen von Zunge und Lippen an, stimuliert Gesicht, Mund und Zunge und können mittels Thermosonde einen Kältereiz setzen, der den Schluckreflex auslöst. Außerdem zeigen sie kompensatorische Verfahren wie etwa eine Haltungsänderung des Kopfes, mit deren Hilfe die Nahrung an die gewünschte Stelle befördert wird, und spezielle Schlucktechniken.

Begleitend dazu kann jedoch auch die Auswahl der Kost schon entscheidende Erleichterung bringen: Krümelige, brockige oder trockene Speisen wie Kartoffelchips, Kekse oder Hefekuchen sollten vermieden werden. Und öfter mal eine kleine Portion essen, ist leichter zu bewältigen als eine große Mahlzeit. Bereitet das Kauen und Schlucken große Schwierigkeiten, bietet sich eine spezielle Ernährung aus gehackten, zerdrückten und pürierten Lebensmitteln an. Angedickte Flüssigkeiten sind leichter zu schlucken.

Smoothfood

Das hört sich nicht besonders verlockend an, aber auch pürierte Nahrung lässt sich appetitlich zubereiten: So gibt es beispielsweise Förmchen zu kaufen, mit deren Hilfe sich auch aus einem passierten Fleisch wieder ein ganzes Steak kreieren lässt, und ein Gemüsebrei sieht gleich viel ansprechender aus, wenn er in ein kleines, kalt ausgespültes Schälchen gepresst und danach auf den Teller gestürzt wird. Aber man muss heutzutage gar nicht mehr improvisieren, um aus dieser scheinbar einfallslosen Diät leckere Mahlzeiten zu machen. Mit dem Begriff Smoothfood wird ernährungsphysiologisch hochwertige Lebensmittel beschrieben, die durch verschiedenste Zerkleinerungstechniken geschmeidig gemacht werden.

Quelle: BMS 1/2011

11.05.11

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