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Wurmeier und Genetik: Neue Therapieansätze bei entzündlichen Darmerkrankungen

420.00 Menschen in Deutschland leiden an den chronisch-entzündlichen Darmkrankheiten Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa. Betroffen sind besonders junge Erwachsene, zunehmend aber auch Kinder. ...

 

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Medikamente gegen Colitis ulcerosa: Hoffnung für viele Patienten

31.08.09.

Patienten, die an Colitis ulcerosa leiden, werden es begrüßen: Ihren Ärzten stehen immer mehr Medikamente und neue Therapiestrategien zur Verfügung. Die chronische Dickdarmentzündung lässt sich daher heute wirksam und meist gut verträglich behandeln.

Eine aktuelle Übersicht der medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten einer Colitis ulcerosa gibt für viele Patienten Anlass zur Hoffnung. So wurden bestehende Therapien weiter entwickelt, und der Tumornekrosefaktor(TNF)-alpha-Antikörper Infliximab findet zunehmend Eingang in die Praxis. Die Behandlungsziele – Krankheitsschübe einzudämmen, die fortschreitende Entzündung Darmschleimhaut zum Abklingen zu bringen, beschwerdenfreie Zeiten langfristig zu erhalten und Kortison einzusparen – sind damit greifbarer denn je.

Hoffung auch bei schwerer Erkrankung

Seit 2006 steht als Behandlungsoption bei mittelschwerer bis schwerer Colitis ulcerosa der TNF-alpha-Antikörper Infliximab zur Verfügung. TNF-alpha ist ein körpereigener Botenstoff, der die Entzündungsreaktion unterhält. Er wird von dem TNF-alpha-Antikörper geblockt. Da derartige Medikamente körpereigenen, natürlichen Stoffen nachempfunden werden, bezeichnet man sie als Biologics oder biologische Substanzen.

Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Colitis ulcerosa können den TNF-alpha-Antikörper erhalten, wenn sie zuvor mit kortisonhaltigen und immunmodulierenden Präparaten erfolglos behandelt wurden, bzw. die Medikamente nicht vertragen haben. Wie Studien zeigten, besteht dann mit dem TNF-alpha-Antikörper die Chance, den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen.

Bislang ist unter den Biologics allein Infliximab zur Behandlung der Colitis ulcerosa zugelassen.

Nicht nur die Organe sind betroffen – auch die Seele leidet

Patienten mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa leiden nicht allein an den körperlichen Symptomen ihrer Erkrankung. Die häufigen Durchfälle, heftige Bauchschmerzen und teils schwere Komplikationen schwächen den ganzen Körper. Betroffene müssen daher immer wieder dem Ausbildungs- oder Arbeitsplatz fern bleiben, und meist haben sie auch für Freizeitaktivitäten keine Energie. Damit aber entstehen neue Krankheitsfolgen.

Denn wo der Kontakt zu Kollegen und Freunden verloren geht, droht die soziale Verarmung. Auch Partnerschaften sind durch die Erkrankung nicht selten einer enormen Belastung ausgesetzt.

Die Einführung von Biologics in die Therapie der mittelschwer und schwer verlaufenden chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen ist daher eine zusätzliche Option, die auch der Lebensqualität zugute kommen kann.

In einer Umfrage unter Morbus-Crohn- und Colitis-ulcerosa-Patienten gaben 74,4 Prozent der mit dem TNF-alpha-Antipörper behandelten Teilnehmer an, dass die Lebensqualität durch die Therapie mit dem Biologic deutlich oder zumindest etwas zunahm. Aus klinischen Studien geht zudem hervor, dass sich bei beiden Formen neben den Darm-assoziierten Symptomen auch das soziale, das emotionale und das allgemeinkörperliche Wohlbefinden signifikant bessert. Die Effekte setzten zum Teil bereits zwei Wochen nach der ersten Infusion ein und blieben auch während einer länger dauernden Erhaltungstherapie bestehen.

Als Patient initiativ werden

Biologics wie Infliximab erweitern also das Instrumentarium, mit dem Patienten ihre Krankheit bei guter Lebensqualität kontrollieren können. Unglücklicherweise scheint das Thema aber bei vielen behandelnden Ärzten bislang eine nachrangige Rolle zu spielen. So gaben fast 50 Prozent der Teilnehmer der bereits erwähnten Umfrage an, dass ihr Arzt mit ihnen nicht über die Lebensqualität spricht, und nur knapp 40 Prozent wurden über moderne Behandlungsmöglichkeiten informiert. Da scheint mancher Patient gut beraten, mit gezielten Fragen auf seinen Arzt zuzugehen.

Weitere Informationen hierzu erhalten Sie unter www.darm-experte.de

Dieses Portal unterstützt auch den ersten bundesweiten Crohn & Colitis-Tag am 16. Oktober 2009, bei dem viele Aktionen stattfinden. Er wird organisiert vom Kompetenznetz Darmerkrankungen und der Deutschen Morbus Crohn/Colitis ulcerosa Vereinigung.

Nils Feigel

Quellen:

Brain & Travis. Curr Opin Gastroenterol. 2008;24(4):469-474
Travis et al. Journal of Crohn’s and Colitis (2008) 2, 24–62

Shah und Hanauer: Medscape Gastroenterology, http://www.medscape.com/viewarticle/573395 vom 09.06.2008

Feagan et al. Am J Gastroenterol 2007;102(4) : 794-802

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