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Eine neue Gesundheits-Initiative hat jetzt im Rahmen des Hauptstadtkongresses Medizin und Gesundheit 2011 im Berliner ICC ihr erstes Konzept präsentiert: Der “Zukunftsgipfel Gesundheit”, eine Allianz von bisher 21 Partnern des Gesundheitswesens aus Wissenschaft, Industrie und Verbänden, hat es sich zum Ziel gesetzt, an der Umgestaltung des deutschen Gesundheitssystems mitzuwirken und zur Sicherung der medizinischen Versorgung möglichst vieler Menschen beizutragen.
Die Initiative beginnt ihre Aufklärungsarbeit voraussichtlich in 2012 mit einer groß angelegten Kommunikationskampagne zum Thema “Metabolisches Syndrom” – kaum bekannt und doch weit verbreitet. Ein Quartett an Merkmalen ist es, das mittlerweile rund 25 Prozent der deutschen Bevölkerung plagen: Bluthochdruck, hoher Blutzuckerspiegel, veränderte Blutfettwerte und Fettleibigkeit, messbar am Bauchumfang. Liegen diese Befunde vor, so besteht eine erhöhte Gefahr von Herzerkrankungen und eine Verringerung der Lebensdauer von bis zu zehn Jahren.
Die Prävention ist eigentlich einfach: Bewegung und gesunde Ernährung tragen zur Erhaltung der Gesundheit und eines angemessenen Gewichts bei. Dennoch sind die Zahlentendenzen der mit dem Metabolischen Syndrom Betroffenen und damit auch der entstehenden Kosten steigend. Bis zum Jahr 2020, so Professor Daniel König vom Zukunftsgipfel-Partner Universitätsklinik Freiburg im Breisgau, könne sich die Zahl der Gesundheitskosten von derzeit circa 24 auf 40 Milliarden erhöhen.
Ziel der Initiative ist es daher, nicht nur die Bevölkerung aufzuklären und ein gesundheitsorientiertes Bewusstsein zu schaffen, sondern auch die Effizienz im gesamten Gesundheitswesen zu erhöhen. Unterstützend dazu äußerte sich auch Ministerialdirigent Norbert Paland, Unterabteilungsleiter Prävention im Bundesministerium für Gesundheit, im Rahmen der Präsentation. Er begrüßte den Zusammenschluss von Wirtschaft und Wissenschaft mit dem Ziel der Implementierung in die Bevölkerung und betonte die Wichtigkeit der betrieblichen Präventionsmaßnahmen, die auch für den Zukunftsgipfel eine hohe Priorität haben.
In der geplanten Kampagne wird für eine Web-Plattform und ein Koordinationszentrum geworben. Fragen sollen fachgerecht beantwortet und die Interessenten an Leistungsanbieter mit jeweiligen spezifischen Beratungs- oder Präventionsangeboten verwiesen werden. Doch die Aufklärung ist erst der Anfang. Ob die Maßnahmen nachhaltig sind, sei dahin gestellt. Denn an den wirtschaftlichen und sozialen Lebensumständen, die für die gesundheitliche Versorgung ganz entscheidend sind, lässt sich zunächst und ohne politischen Einfluss nicht rütteln. Ganz zu schweigen von Eigenverantwortung und Lebensstilen der Betroffenen.
In weiterer Zukunft werden die Mitglieder des Zukunftsgipfels Gesundheit gemeinsam noch mehr gesundheits- und versorgungspolitisch relevante Projekte zu ausgewählten Themen ins Leben rufen. Langfristig verfolgen sie den Anspruch, ihre Ergebnisse in den politischen Entscheidungsprozess einzubringen. Ein weiter Weg, doch der Anfang ist gemacht. Diesen Weg als Unternehmen, Verein oder Institut noch mit zu beschreiten, ist übrigens noch möglich.
Quelle: Medical Press
16.05.11