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Warum Licht Migräne verschlimmert

19.01.10.

Melanopsin-Netzhautzellen

shutterstock

Forscher entdecken Ursache für Fotophobie bei Kopfschmerzen

Selbst schummriges Licht kann eine Migräne drastisch verschlimmern. Deshalb ziehen sich viele Patienten bei den Kopfschmerzattacken in dunkle Räume zurück. Den Grund für den schmerzsteigenden Effekt von Helligkeit haben nun Mediziner der amerikanischen Universität Harvard entschlüsselt.

Ihnen fiel auf, dass selbst viele blinde Migräne-Patienten empfindlich auf Licht reagieren. Diese Fotophobie betrifft allerdings nur jene Blinden, bei denen der Sehnerv noch Signale weiterleiten kann. Daher vermuteten die Forscher, dass bestimmte Zellen der Netzhaut zu den schmerzhaften Auswirkungen von Licht beitragen.

Dies sind offenbar die erst kürzlich entdeckten sogenannten Melanopsin-Netzhautzellen. Sie senden Signale durch den Sehnerv zu einer bestimmten Gruppe von Neuronen, die bei Migräne sowieso schon elektrisch angeregt sind. Diese Lichtreize steigern dann binnen Sekunden die Aktivität dieser Nervenzellen zusätzlich, wie die Wissenschaftler im Fachblatt «Nature Neuroscience» schreiben. Beim Wechsel in die Dunkelheit bleiben die Neuronen noch eine Weile übermäßig aktiv. «Das erklärt, warum Patienten berichten, ihr Kopfschmerz verschlimmere sich binnen Sekunden nach Lichtkontakt, bessere sich in der Dunkelheit aber erst nach 20 bis 30 Minuten», sagt Studienleiter Rami Burstein.

Quelle: «Nature Neuroscience», Online-Vorabveröffentlichung

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