Migräne: Therapie
17.12.08.
Für die Behandlung eines akuten Migräneanfalls werden heute sog. Triptane eingesetzt. Diese Triptane stimulieren einen bestimmten Typ von Rezeptoren des Neurotransmitters Serotonin (Subtyp 5-HT1B/1D). Medikamente, die Wirkstoffe aus dieser Gruppe enthalten, stehen in verschiedenen Darreichungsformen zur Verfügung. Es gibt sie z. B. als Tablette oder auch als Nasenspray.
Es wird empfohlen, Triptane möglichst zu Beginn einer Migräneattacke einzunehmen, wenn der Kopfschmerz noch nicht so stark ist, da die Wirkung sich so am besten entfaltet. Dies wurde u. a. durch eine im Jahr 2007 veröffentlichte Studie bestätigt („Act-when-Mild“-Studie), an der rund 400 Patienten teilnahmen. Experten plädieren ebenfalls dafür, die Medikamente rasch einzusetzen. Erfahrungen bestätigen, dass die Patienten bei einem früheren Therapiebeginn schneller schmerzfrei waren, die Dauer der Attacke kürzer war und dass die Patienten häufig auf zusätzliche Akutpräparate verzichten konnten.
Bei leichteren Anfällen reicht es manchmal auch aus, die Symptome der Migräne mit Medikamenten gegen Kopfschmerz bzw. Übelkeit zu bekämpfen. Gegen die Kopfschmerzen können Schmerzmittel (sog. Analgetika) oder nicht-steroidale Antirheumatika eingenommen werden. Bekannte Vertreter dieser beiden Wirkstoffklassen sind beispielsweise Acetylsalicylsäure, Ibuprofen und Paracetamol. Übelkeit lässt sich mit sog. Antiemetika lindern (z. B. Metoclopramid oder Domperidon). Es wird empfohlen, zunächst das Medikament gegen Übelkeit und das Schmerzmittel ca. 15 Minuten später einzunehmen, da das Antiemetikum die Aufnahme des Schmerzmittels verbessert.
Medikamente zur Vorbeugung von Migräneattacken
Bei häufigen Migräneattacken kann es sinnvoll sein, mit einer Migräneprophylaxe zu beginnen. Für die Vorbeugung von Migräneanfällen werden u. a. sog. Beta-Blocker eingesetzt. Dabei handelt es sich um Wirkstoffe, die aus der Bluthochdrucktherapie bekannt sind. Darüber hinaus werden Kalzium-Antagonisten und sog. Antikonvulsiva angewendet. Daneben kommen auch pflanzliche Wirkstoffe wie Pestwurz und Mutterkraut oder Magnesium zum Einsatz.
Sinnvoll ergänzt werden kann die Prophylaxe durch Verhaltenstherapie bzw. Stressbewältigung (Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung etc.) und durch Ausdauersport (Radfahren, Laufen, Schwimmen etc.).
Neue Wirkstoffe in der Migräne-Therapie
In der klinischen Erprobungsphase befinden sich derzeit sog. CGRP-Antagonisten. Dabei handelt es sich um Medikamente, deren Wirkstoff als Gegenspieler des Calcitonin Gene-Related Peptids, eines Neurotransmitters, der vom Trigeminusnerv (lat. Nervus trigeminus) freigesetzt wird, fungiert. Dieser Hirnnerv hat nach heutigem Kenntnisstand in der Pathogenese der Migräne eine wichtige Rolle inne. Das Calcitonin Gene-Related Peptide gilt als eine der Substanzen, die Blutgefäße am stärksten erweitern können.
Antje Habekuß
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