Was ist Migräne?
17.12.08.

Foto: Photos.com
Die Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die durch einen anfallsartigen, meist halbseitigen Kopfschmerz gekennzeichnet ist. Mediziner unterscheiden mehr als 200 verschieden Arten von Kopfschmerzen. Zu den häufigsten und bekanntesten zählen neben der Migräne der Clusterkopfschmerz, der Spannungskopfschmerz und der Medikamentenkopfschmerz.
Migräne geht meist mit bestimmten Begleitsymptomen einher
Migräneattacken beginnen häufig in den frühen Morgenstunden und können stunden- aber auch tagelang andauern. Häufig kommt es bei Migräne zu Begleitsymptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- oder Geräuschempfindlichkeit. Einige Migräne-Patienten haben eine Migräne mit einer sog. Aura, die durch neurologische Ausfälle wie beispielsweise Wahrnehmungsstörungen, Sprachstörungen oder motorische Störungen charakterisiert ist.
Rund 10 Millionen Menschen in Deutschland sind betroffen
Rund 10 % der Erwachsenen, so schätzt das Forum Schmerz, haben in regelmäßigen Abständen Migräne. Allein in Deutschland sind rund acht Millionen Menschen betroffen. In den meisten Fällen tritt die Migräne erstmals in der Pubertät auf, also im Alter zwischen 10 und 19 Jahren. Häufig haben Kinder ihren ersten Migräne-Anfall im Alter zwischen 10 und 14 Jahren. Im vorpubertären Alter sind Mädchen und Jungen fast gleich häufig betroffen. Auch im Alter leiden Männer und Frauen ungefähr gleich häufig an Migräne. In der Zeit dazwischen werden jedoch Frauen signifikant häufiger von Migräneattacken geplagt. Im dritten Lebensjahrzehnt sind laut Angaben des Forums Schmerz dreieinhalb mal so viele Frauen betroffen wie Männer. Diese Tendenz legt nahe, dass Migräne durch hormonelle Faktoren beeinflusst wird.
Phasen einer Migräneattacke
Die Migräne läuft meist nach einem bestimmten Muster ab, das jeder, der an Migräne leidet nur zu gut kennt. Meist kündigt sich die Migräne mit einer sog. Vorphase oder auch Prodromalphase an. Dabei können verschiedene Symptome zutage treten: Manche haben depressive Verstimmungen, andere werden euphorisch. Andere Patienten leiden unter Verstopfung, Ödemen oder verstärkter Müdigkeit.
In der ersten eigentlichen Phase der Migräne, der sog. Auraphase, die jedoch nicht bei allen Migräne-Patienten auftritt, kann es zu neurologischen Störungen (z. B. Sensibilitätsstörungen, Sehstörungen, Sprachstörungen etc.) kommen. Erst in der sog. Kopfschmerzphase kommen dann die typischen Kopfschmerzen hinzu, die häufig von Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschüberempfindlichkeit begleitet werden. Am Ende der Attacke stehen die Schlaf- und Rückbildungsphase. Die Schmerzen und auch die Begleitsymptome lassen nun endlich nach. Viele Betroffene schlafen nach der überstandenen Migräneattacke.
Migräne erhöht das Schlaganfallrisiko
Frauen, die unter Migräne leiden, haben laut neuesten Studienergebnissen ein erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Für diese Studie wertete die Women’s Health Initiative (WHI) Daten von rund 28.000 Frauen aus. Es stellte sich heraus, dass Frauen, die einmal in der Woche an Migräne leiden, ein dreifach höheres Schlaganfall-Risiko haben als Frauen ohne Migräne. Bei Betroffenen, die weniger als einmal im Monat eine Migräneattacke haben, ist das Risiko anderthalb mal so hoch wie bei gesunden Frauen.
Antje habekuß
Sachverwandte Themen