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Misteltherapie: Ja oder Nein?

Die Misteltherapie ist im deutschsprachigen Raum die bekannteste komplementärmedizinische Therapie bei Krebs. Nach streng wissenschaftlichen Kriterien gilt ihre Wirkung jedoch als nicht belegt. Was sollten Patienten wissen, um sich vor diesem Hintergrund für oder gegen eine Misteltherapie zu entscheiden?

Soll ich eine Misteltherapie machen oder nicht? Ist die Therapie tatsächlich sinnvoll oder bringt sie unter dem Strich doch nichts?
Mit diesen Fragen beschäftigen sich viele Krebspatienten, die sich komplementärmedizinisch behandeln lassen möchten.

„Durch die kontroverse Diskussion über die Misteltherapie sind viele Patienten verunsichert,“ sagt Dr. Wolfgang Widmaier, Heilpraktiker und Apotheker, von der Union Deutscher Heilpraktiker. „Wichtig ist auf jeden Fall zu wissen, dass die Misteltherapie kein Wundermittel gegen Krebs ist. Sie kann vielmehr immer nur eine zusätzliche, begleitende Behandlung sein, die schulmedizinische Maßnahmen wie Operation, Chemotherapie und Bestrahlung im Sinne einer ganzheitlichen Medizin ergänzt.“

Anthroposophischer Hintergrund

Die Behandlung mit Mistelextrakten bei Krebserkrankungen wurde von Rudolf Steiner, dem Begründer der Anthroposophie, und der Ärztin Ita Wegman eingeführt. Die meisten Präparate stammen deshalb von Herstellern, die sich auf Arzneimittel der Anthroposophischen Medizin spezialisiert haben.

Die pharmakologische Wirkung der Mistel wird zwei Substanzen zugeschrieben (Mistellektinen und Viscotoxinen). Diese Wirkstoffe sollen in niedriger Konzentration das Immunsystem anregen und so dem Körper helfen, den Krebs zu bekämpfen. In höherer Konzentration scheinen diese Stoffe die Membran von Krebszellen aufzulösen und das Wachstum von Krebszellen zu hemmen. Das wurde bisher allerdings nur in Labor- und Tierversuchen nachgewiesen. Eine Verbesserung der Lebensqualität von Krebspatienten, insbesondere während einer Bestrahlung oder Chemotherapie, wird durch die klinische Erfahrung vieler Ärzte belegt.

Verwirrend: Positive Studienergebnisse werden angezweifelt

Es gibt rund 125 Studien zur Wirksamkeit der Misteltherapie, wobei die meisten Vorteile durch die Misteltherapie nachweisen. Insbesondere die Verbesserung der Lebensqualität und eine bessere Verträglichkeit schulmedizinischer Therapien stehen dabei im Vordergrund. Diese positiven Studienergebnisse werden von komplementärmedizinischer Seite häufig zitiert.

Für die Patienten ist es deshalb sehr verwirrend, wenn die Misteltherapie trotzdem von schulmedizinischer Seite als ungesichert eingestuft wird. Dazu erklärt Dr. Widmaier: „ Die meisten dieser Studien entsprechen nicht dem geltenden wissenschaftlichen Standard der Randomisierung mit hoher Fallzahl, bei dem – sehr vereinfacht ausgedrückt – die teilnehmenden Patienten nach dem Zufallsprinzip entweder mit dem Medikament oder einer anderen, oft nicht wirksamen Substanz behandelt werden. Weder Patient noch Arzt ist bekannt, wer nach welchem Prinzip behandelt wird. Die genannten vorliegenden Studien sind aber deshalb weder wertlos noch unseriös. Sie werten z.B. die Ergebnisse aus den Praxen behandelnder Ärzte aus. Oder es handelt sich um Studien mit einer kleinen Teilnehmerzahl. Aus unserer Sicht haben solche evidenzbasierten Ergebnisse deshalb also ihren absolut berechtigten Stellenwert.“

Dr. Widmaier empfiehlt Krebspatienten, die Möglichkeit einer Misteltherapie immer zunächst mit der Klinik, mit dem behandelnden Arzt und dem Heilpraktiker zu besprechen. Auch wenn die Behandlung mit Mistelextrakten in den Leitlinien zur Krebsbehandlung nicht vorgesehen ist, stehen viele Ärzte einer Misteltherapie neutral oder sogar positiv gegenüber. Die Behandlung kann dann von einem komplementärmedizinisch orientierten Arzt oder einem Heilpraktiker durchgeführt werden.

Sowohl die privaten als auch die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen unter bestimmten Voraussetzungen im Rahmen einer Ausnahmeregelung die Kosten für die rezeptfreien Medikamente. Allerdings sollten Patienten vor einer geplanten Behandlung immer erst Kontakt mit ihrer Krankenkasse aufnehmen.

Quelle: Union Deutscher Heilpraktiker

11.02.10

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