Chronische Rückenschmerzen können auf Morbus Bechterew hinweisen
27.06.10.

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Therapie sollte möglichst früh beginnen – Entzündungsprozesse in der Wirbelsäule – Massive Verkrümmung droht
Rückenschmerzen, die länger als drei Monate anhalten und sich vor allem in der Nacht und morgens sowie in Ruhestellung verschlimmern, können eine entzündliche Ursache haben und auf Morbus Bechterew hindeuten.
«Verdächtig sind chronische Rückenschmerzen insbesondere auch, wenn sie in einem Alter unter 45 Jahren auftreten», sagt der Vorsitzende des Berufsverbands deutscher Rheumatologen, Edmund Edelmann.
Bei Morbus Bechterew (auch ankylosierende Spondylitis oder Spondylitis ankylosans genannt) kommt es zu chronischen Entzündungsprozessen in der Wirbelsäule, die bei fast allen Patienten am unteren Ende der Wirbelsäule, in den Sakroiliakalgelenken, beginnen und unbehandelt zu einer allmählichen Versteifung führen können.
Typischerweise tritt die Spondylitis ankylosans zwischen dem 20. und 45. Lebensjahr auf, wobei Männer etwa doppelt so häufig wie Frauen betroffen sind. In schweren Fällen und späten Stadien verkrümmt sich der Rücken der Betroffenen so stark, dass sie den Blick kaum mehr vom Boden heben können.
Viele Patienten entwickeln weitere entzündliche Erkrankungen, vor allem des Auges, des Darms, der Hauptschlagader (Aorta), der Herzklappen, der Sehnen und verschiedener Gelenke.
Nur eine möglichst früh einsetzende Bewegungs- und Arzneimitteltherapie kann den Angaben zufolge das Forschreiten der Erkrankung aufhalten und somit die fortschreitende Zersetzung der Gelenke und massive Verkrümmung der Wirbelsäule verhindern. Chronische Rückenschmerzen, die zahlreiche verschiedene Ursachen haben können, sollten daher möglichst bald von einem Facharzt abgeklärt werden.
Diagnose wird oft erst spät gestellt
Morbus Bechterew sei im Röntgenbild erst einige Jahre nach Einsetzen der Krankheit sichtbar. «So verstreichen oft fünf bis zehn Jahre, bis Bechterew-Patienten die richtige Diagnose erhalten und dann effektiv behandelt werden können», sagt Edelmann.
Zur Diagnose müssen dem Experten zufolge mehrere klinische und diagnostische Anzeichen zusammentreffen, darunter der Nachweis einer Entzündung in den Sakroiliakalgelenken, die sich im Gegensatz zum Röntgen mit der Magnetresonanztomographie (MRT) bereits sehr frühzeitig erkennen lasse, und ein positiver Bluttest (auf ein Gen namens HLA-B27) in Kombination mit weiteren Merkmalen der Krankheitsgeschichte und des körperlichen Befundes.
Zur Behandlung stehen dann verschiedene Medikamente zur Verfügung. Bei ausgeprägteren Krankheitsverläufen könne durch Biologica, die sogenannten TNF-alpha-Blocker, in der Mehrzahl der Fälle eine anhaltende Beschwerdefreiheit erreicht werden. Besonders wichtig seien aber auch Bewegungsübungen und Physiotherapie, um die Funktion der Wirbelsäule und Gelenke so gut wie möglich zu erhalten und die Chance der Patienten auf ein weitgehend schmerzfreies Leben mit möglichst geringer Bewegungseinschränkung zu erhöhen.
Quelle: rheumatologen-im-netz.de
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