Einfacher Augenscan ermöglicht Früherkennung von Multipler Sklerose - Patienten profitieren von frühzeitiger Diagnose
19.10.07.

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Ein Forscherteam des John Hopkins Multiple Sclerosis (MS) Center hat ein neuartiges Verfahren zur Diagnose von MS entwickelt. Mittels eines optischen Kohärenztomographen untersuchen die Forscher den Zustand der Nervenzellen in der Netzhaut des Auges. Der einfache, schnell durchführbare Test soll vor allem die Erkennung der schweren Nervenkrankheit in einem frühen Stadium ermöglichen.
“Eine Diagnose von Multipler Sklerose ist in der Regel erst nach einer Reihe von Untersuchungen möglich”, erklärt Astrid Gerstl, Mitarbeiterin der Multiple Sklerose Gesellschaft Wien gegenüber pressetext. “Vielfach wollen die betroffenen Patienten auch gar keinen endgültigen Befund, weil sie wissen, welche belastenden Auswirkungen eine MS-Diagnose für ihr weiteres Leben haben würde”, meint Gerstl. Etwa 8.000 Menschen seien in Österreich an MS erkrankt und jährlich kämen an die 350 neue Fälle hinzu. Multiple Sklerose ist eine Erkrankung des zentralen Nervensystems, die besonders in Mitteleuropa sehr verbreitet ist. In den Gehirnen der betroffenen Menschen sterben nach und nach die Nervenzellen ab. Der Verfallsprozess konnte dabei bisher nur durch aufwendige Verfahren wie zum Beispiel eine Computertomographie dokumentiert werden.
Einem Team um den Neurologen Peter Calabresi am John Hopkins Multiple Sclerosis Center in Baltimore ist es nun gelungen, ein simples Diagnoseverfahren zu finden, das weit weniger aufwendig ist. Mit einem optischen Kohärenztomographen wird der Zustand der Nervenzellen in der Netzhaut (Retina) untersucht. Über Vergleiche der Ergebnisse von gesunden Personen konnten die Wissenschaftler so feststellen, wie stark die Nervenschäden bei 40 MS-Patienten waren. Laut den Wissenschaftlern des John Hopkins MS Center sei das präsentierte Verfahren wesentlich präziser und zudem zehnmal kostengünstiger als bisherige Methoden. Vor allem ließe sich eine Erkrankung an Multipler Sklerose mit diesem Testverfahren bereits in einem relativ frühen Stadium erkennen, wo eine medikamentöse Therapie den größten Nutzen hat.
Quelle: pressetext.austria
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