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Erfahrungsbericht macht Mut bei Multipler Sklerose

17.05.06.

Die MS, mein Schnurrbart und ich

Die MS, mein Schnurrbart und ich

Der Österreicher Rudolf Bertl-wieser erzählt in seiner Auto-biografie „Trotzdem – die MS, mein Schnurrbart und ich“ seine Geschichte der MS. Er will damit Menschen,die an MS oder einer anderen chronischen Erkrankung leiden, genauso wie deren Angehörigen und Pflegenden Mut machen. „Dieses Buch wird nicht nur MS-Patienten, sondern auch gesunde Menschen motivieren, ihre Probleme aus einer neuen, eigenverantwortlichen Perspektive konstruktiver zu sehen“, meint Dietmar Bibl, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie und behandelnder Mediziner von Bertlwieser im Vorwort des Buchs.

Das Leben von Rudolf Bertl-wieser, Jahrgang 1957, schien vorgezeichnet: In einer Großfamilie aufgewachsen, sollte er als einziger Sohn das Transport-und Lebensmittelgeschäft seiner Eltern übernehmen.Der junge Mann feiert sportliche Erfolge.Doch 1980 schlägt das Schicksal aus heiterem Himmel erstmals zu: Nach einer Blinddarmoperation kann er zunächst seine Beine nur unzureichend bewegen, unmittelbar danach folgt eine komplette Lähmung von der Taille abwärts.Zunächst nehmen die Ärzte eine Entzündung des Rücken marks als Ursache an. Ein hinzugezogener Neurologe äußert erstmals den vagen Verdacht auf MS. Der junge Mann widersetzt sich mit aller Kraft seinem Schicksal und trainiert mit eisernem Willen und vollem Einsatz. Zwei Jahre später schafft er es wieder zu gehen und ein normales Leben führen – Sport inklusive.

In den folgenden Jahren geht das Leben einen durchaus friedlichen Gang: Bertlwieser schließt eine Ausbildung im Fach Maschinenbau ab, zwei Söhne kommen zur Welt. Diese Beschaulichkeit wird jedoch 1995 jäh unterbrochen. Er erhält die Diagnose: Multiple Sklerose. Neuerlich siegt der ungebremste Lebenswille: Bertl-wieser will es schaffen, mit der Krankheit fertig zu werden, wieder einen Tiefschlag überwinden. „Ich habe mir ganz einfach gesagt: Du hast unbedingtes Vertrauen in dich selbst, in deinen Arzt, in die Medizin. Zu dieser Zeit hat sich bei mir die Einstellung verfestigt, dass es an mir liegt, wie ich mit der Krankheit lebe und mit ihr umgehe“, sagt Bertlwieser rückblickend.

Therapien, Kuraufenthalte und ständiges Bewegungstraining gehören ab diesem Zeitpunkt zum Leben von Rudolf Bertlwieser. Es gelingt ihm, seine Krankheit als Teil seines Lebens zu betrachten. „MS gehört zu mir wie mein Schnurr-bart“, so der Patient. „Diese Erkenntnis hat mich gelehrt, meine Energien wieder vermehrt in mein Leben und weniger in meine Krankheit zu investieren.“

Rudolf Bertlwieser/Helga Groiss
„TROTZDEM – Die MS, mein
Schnurrbart und ich.
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