Schnellere Diagnostik mittels MS-spezifischer Antikörper
04.07.06.

Fresenius
Forscher der Universität Yale haben eine Methode entdeckt, die einen Ansatzpunkt für eine schnellere Diagnostik und Therapie der Multiplen Sklerose liefert. Im Mittelpunkt dieser Methode stehen MS-spezifische Antikörper.
Bei der Multiplen Sklerose bildet das Immunsystem Antikörper gegen körpereigene Zellen, und zwar gegen die fettreiche Ummantelung der Nervenzellen des Zentralnervensystems, die Myelinschicht. Daraus entstehen Entzündungsherde, durch die diese Schicht und die Nervenzellen geschädigt werden. Bisher konnten Myelin-Antikörper nur eingeschränkt zur Diagnose von MS eingesetzt werden, da sie auch bei Menschen vorkommen, die nicht an MS erkrankt sind. Hinzu kommt, dass bei MS-Patienten auch Antikörper gebildet werden, die nicht Ursache, sondern Folge der Erkrankung sind.
Nancy Ruddle und ihr Team haben nun Mausmodelle entwickelt und an den Tieren untersucht, ob und wie sich Antikörper, die MS verursachen, identifizieren und von jenen unterscheiden lassen, die bei MS-Patienten vorhanden sind, jedoch die Krankheitssymptome nicht auslösen. Das Team hat zusammen mit Forschern der Universität in Connecticut zwei Wege gefunden, um bei Mäusen MS-Symptome hervorzurufen. Mit beiden Methoden wurden Myelin-Antikörper hervorgebracht, aber nur eine Methode erbrachte Antikörper, die die Krankheit auch bei anderen Mäusen auslösen konnte.
Von diesen Antikörpern konnte nachgewiesen werden, dass sie eine bestimmt Art von leicht verändertem Myelin, das bei MS-Patienten gefunden wurde, erkennen und damit in Wechselwirkung treten. Diese modifizierte Form des Myelins wurde von den Antikörpern, die die Krankheit nicht auslösten, nicht erkannt. „Unsere Ergebnisse sind ein wichtiger Schritt in der Entwicklung genauerer Diagnosemethoden, die auch dazu dienen, individuelle Behandlungen für MS-Patienten zu entwickeln“, so Ruddle.
Originalquelle: Medical News Today
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