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Wellness: Kraft tanken durch Meditation

20.06.06.

Meditation steht für beschauliches Nachdenken, geistige Sammlung, Sich- Vertiefen in Gedanken genauso wie für sinnende Betrachtung und mystische oder kontemplative Versenkung. Meditation wird als geistige Übung zur Erfahrung des inneren Selbst betrachtet, als Aufsteigen zu höerem Bewusstsein durch Versenken in einen Prozess der Verinnerlichung mittels philosophischer oder mystischer Betrachtungen.

Kraft unserer fünf Sinne stärken

Nach wachen, schlafen und träumen wird meditieren gelegentlich als der vierte Bewusstseinszustand bezeichnet, der uns hilft, die Kraft unserer fünf Sinne zu stärken. Somit steht es uns frei, auch die bewusste sinnliche Wahrnehmung, die Verinnerlichung der Sinne, Meditation zu nennen. Demzufolge ist meditieren keineswegs Kult, meditieren ist Kultur für Körper und Seele. Es gibt viele meditative Übungen der Versenkung und Betrachtung. Ob sie im Stehen durchgeführt werden, im Sitzen oder Liegen – immer soll der ständige Fluss von Gedanken, Vorstellungen und Ambitionen unterbrochen und ein Zustand vollkommener innerer Ruhe herbeigeführt werden.

Abbau von Spannungen und Ängsten

Die verschiedenen Methoden der geistigen und körperlichen Konzentration sollen Spannungen und Ängste abbauen sowie Zufriedenheit und Frustrationstoleranz steigern. Meist sind die Techniken sehr alt, viele gehen auf die fernöstliche Philosophie und die Lehren diverser indischer Gurus zurück. Meditieren wurde jedoch auch zum zentralen Bestandteil der transpersonalen und esoterisch-spirituellen Therapien, denen sie als Vorbereitung und Begleitung der auf persönliche Ziele ausgerichteten Arbeit dient. Es ist also Vorsicht geboten. Ohne ideologisch-religiösen Anspruch werden sie ganz pragmatisch zur Entspannung und Selbstversenkung mit dem Ziel eingesetzt, Körper, Seele und Geist zu stärken. Somit zählt Meditation heute zu den Standardangeboten an Volkshochschulen und Gesundheitszentren.

Praktiken der meditativen Versenkung

In der buddhistischen Meditation des Za-Zen sitzen die Meditierenden mit überkreuzten Beinen auf einem Kissen, die Händde ruhen ineinander gelegt im Schoss, wobei sich die Daumen berühren. Die Augen sind leicht geöffnet und auf einen Punkt am Boden in etwa einem Meter Entfernung gerichtet. Der Atem geht leicht und langsam. Aufsteigende Gedanken und Gefühle werden registriert, aber nicht weiter beachtet oder verfolgt. Sinn der Meditation ist „sitzen, um zu sitzen“. Gelegentlich wird auch empfohlen, den Fluss des eigenen Atems zu beobachten und ungeachtet gedanklicher Ablenkung immer wieder zur Beobachtung des Atems zurückzukehren. Man konzentriert sich auf einen Körperpunkt unterhalb des Bauchnabels. („Nabelschau“) Verschiedene Meditationsformen bedienen sich der Betrachtung spezieller Bilder (Mandalas). In der buddhistischen Tradition werden bei geschlossenen Lidern bestimmte zweisilbige Wörter (Mantras) oder z. B. die heilige Silbe „Om“ ständig rezitiert oder gedacht. Manche Meditierende konzentrieren sich auf eine flackernde Kerze, andere auf ein Gedicht, einen paradoxen Gedanken, auf ein Musikstück, auf Visualisierungen und anderes mehr.

Der Weg nach innen

Meditation ist kein Leistungssport ist, sondern erfordert Ausdauer und Geduld. Sie soll der Entspannung und der seelischen Ausgeglichenheit dienen und soll auch das vegetative Nervensystem regulieren. Zudem beugt Meditation Stresserkrankungen vor. Der „Weg nach innen“ soll die Konzentration schulen, bei Antriebsschwäche die eigenen Kräfte stärken, innere Ressourcen erschliessen und die Gefühle im Gleichgewicht halten. Unbestreitbar sind die körperlichen und seelisch-geistigen Entspannungseffekte, die durch Meditation erzielt werden können. Meditation ist kein Ersatz für eine Psychotherapie. Meditation ist eben nur einer von vielen Wegen.

Rosmarie Johannes

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