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Nierensteine

Nierensteine (Nephroliten) sind Ablagerungen in den Nieren und den ableitenden Harnwegen, die als feste Gebilde den Harnabfluss behindern können. Nierensteine entstehen, wenn im Urin aufgelöste Substanzen ausfallen. Sie bilden sich zunächst aus feinen Kristallen, die zu größeren Ablagerungen (sogenannte Konkremente) anwachsen können. Der medizinische Fachausdruck für die Nierensteinkrankheit ist Nephrolithiasis.

Wie häufig sind Nierensteine?

Nierensteine und Steine in den Harnwegen gehören zu den häufigsten Erkrankungen der Nieren. In Mittel- und Westeuropa erkranken ca. 5 % der Bevölkerung an Nierensteinen, wobei Männer etwa dreimal häufiger betroffen sind als Frauen. Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter, auch in Abhängigkeit von einer familiären Vorgeschichte. Nierensteine werden am häufigsten zwischen dem 30. und dem 50. Lebensjahr diagnostiziert. Etwa 60 % aller Patienten erleiden einen Rückfall (Rezidiv); in 10 bis 20 % der Fälle kann es zu drei oder mehr Rezidiven kommen.

Angesichts der Erkrankungsszahlen hat sich die Nierensteinkrankheit in den Industrieländern zu einem Volksleiden entwickelt. Gleichzeitig handelt es sich bei Nierensteinen, was Erwachsene betrifft, meist um eine Wohlstandserkrankung. Bei Erwachsenen nämlich finden sich Nierensteine häufiger in Gesellschaften mit Nahrungsüberfluss und reduzierter körperlicher Betätigung. Anders verhält es sich bei Kindern: Diese entwickeln Nierensteine häufiger in Gebieten mit Nahrungsmittelmangel.

Wie groß sind Nierensteine und wo liegen sie?

Nierensteine unterscheiden sich in ihrer Größe. Sie können stecknadelkopfgroß sein (Nierengrieß), aber auch haselnussgroße Nierensteine sind möglich. Manche Steine sind so groß, dass sie das gesamte Nierenbecken ausfüllen können. Sie können zudem verschiedene Formen annehmen. Entsprechend ihrer Form werden sie den Kategorien Ventilsteine, Hirschgeweihsteine, Korallensteine und Ausgusssteine zugewiesen.

Je nachdem, ob die Nierensteine in den Nieren selbst oder in den ableitenden Harnwegen lokalisiert sind, wird zwischen Nierensteinen, Nierenbeckensteinen, Harnleitersteinen und Blasensteinen unterschieden. In Abhängigkeit von Größe, Form und Position entwickeln sich unterschiedliche Krankheitszeichen. So sind etwa kleine Nierensteine oder Nierengrieß zumeist unproblematisch.

Generell verursachen Nierensteine keine oder nur wenige Beschwerden, solange sie ruhig in der Niere liegen. Daher sind viele Nierensteine ein Zufallsbefund bei Ultraschall- oder Röntgenuntersuchungen. Große Beschwerden können Nierensteine verursachen, die den Harndurchfluss in den ableitenden Harnwegen blockieren. In solchen Fällen, oder wenn Nierensteine anfangen zu „wandern“ und aus der Niere in den Harnleiter rutschen, kann es zur Nierenkolik kommen.

Welche Symptome verursachen Nierensteine?

In der Mehrzahl der Fälle sind Nierensteine ohne Symptome. Kleine Steine verursachen gelegentlich dumpfe Rückenschmerzen und in Abständen wiederkehrende Flankenschmerzen. Zudem kann eine geringe Menge Blut im Urin Hinweis auf Nierensteine geben. Manchmal verursachen sie Harnwegsinfektionen, die mit schweren Entzündungszeichen wie Schmerzen, Fieber und Unwohlsein einhergehen können. In seltenen Fällen entwickelt sich aus einer schweren Harnwegsinfektion eine Blutvergiftung.

Eine gefürchtete Folge ist die Nierenkolik, die in vielen Fällen ein akuter Nierensteinabgang ist, bei dem es zu einer Verlegung der Harnwege kommt. Durch Verkrampfung der Muskulatur in der Harnleiterwand werden starke Schmerzen ausgelöst, die anfallartig wiederkehren und bis zur Genital-, Oberschenkel- und Leistenregion ausstrahlen können. Darüber hinaus leiden die Betroffenen oft unter Übelkeit, Erbrechen, Unruhe und Angst. Eine Nierenkolik kann wenige Minuten bis mehrere Stunden dauern.

Welche Risiken drohen durch Nierensteine?

Eine Nierenkolik kann unbehandelt zu Folgeschäden führen. Besonders gefährlich ist ein kompletter Harnleiterverschluss, da dieser mit einem Anstieg der Giftstoffe in der betroffenen Niere und einer entsprechenden Schädigung des Nierengewebes einhergehen kann. Da Nierensteine den Urin anstauen, können zudem Bakterien leichter in die Harnwege eindringen. Eine bakterielle Harnwegsinfektion löst in Kombination mit dem Urinstau mitunter eine lebensbedrohliche Blutvergiftung aus. Wird infolge der Nierensteinkrankheit Nierengewebe unwiederbringlich zerstört, kommt es zu „Schrumpfnieren“.

Wann ist der Arzt aufzusuchen?

Bei einem bekannten Nierensteinleiden sollten in regelmäßigen Abständen Kontrolluntersuchungen beim Arzt durchgeführt werden. Folgende Symptome können auf Nierensteine hinweisen und bedürfen der ärztlichen Abklärung:

  • Es geht weniger Urin ab als früher.
  • Im Urin wird Blut ausgeschieden.
  • In der Lendenwirbelsäule und im seitlichen Unterbauch treten stechende, krampfartige Schmerzen auf.

Bei einer Nierenkolik sollte sofort der Arzt gerufen werden. Nach der notfallmäßigen Behandlung muss der Patient einem Urologen zugewiesen werden, der die weitere Behandlung veranlasst.

Für die Versorgung von Patienten mit Nierensteinen sind zwei Spezialisten, Urologe und Nephrologe, zuständig. Während der Urologe die Eingriffe vornimmt, die für die Entfernung der Nierensteine erforderlich sind, wird der Nephrologe aufgesucht, um die Ursache der Steinbildung abzuklären.

Andrea Schäffer

13.07.15

Nierensteine
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