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Naturheilkunde

Entstehung und Historie

Naturheilkunde ist die Lehre von der Behandlung und Vorbeugung von Krankheiten unter Einsatz naturbelassener und der natürlichen Umwelt entnommener Heilmittel und Reize. Generell haben Naturheilverfahren einen ganzheitlichen Ansatz, das heißt sie versuchen, den gesamten Organismus wieder ins Gleichgewicht zu bringen, der sein Ungleichgewicht durch Krankheit äußert.

In der Antike wurde der Natur generell eine Heilkraft zugeschrieben. Die Heilung eines Patienten wurde durch die Natur erwirkt, der Arzt war nur der Behandelnde. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts ließen sich Naturheilkunde und wissenschaftliche Medizin nicht trennen. Dann begann die Aufspaltung, die aufgrund der parallelen Entwicklung der naturwissenschaftlich begründeten Medizin auf der einen Seite und den Naturheilverfahren auf der anderen Seite, entstand. Vinzenz Prießnitz bezeichnete 1848 erstmals eine natürliche Anwendung als Naturheilverfahren, genauer eine Kombination aus aktiver und passiver Bewegungstherapie, Luft-, Bäder- und Wasseranwendungen und einfacher Mischkost.

Verfahren

Zu den Naturheilverfahren zählen eine Reihe verschiedener therapeutisch eingesetzter Verfahren:

  • Phytotherapie (Einsatz von pflanzlichen Wirkstoffen)
  • Hydrotherapie (Einsatz von Wasser)
  • Balneotherapie (Einsatz von Bädern)
  • Thermotherapie (Einsatz von Wärme und Kälte)
  • Lichttherapie
  • Bewegungstherapie
  • Ernährungstherapie
  • Ordnungstherapie (ausgewogene Lebensführung)

Oft werden auch Methoden der Alternativmedizin im allgemeinen Sprachgebrauch zu den Naturheilverfahren gezählt. Der Begriff der Alternativmedizin umfasst jedoch sämtliche Diagnose- und Behandlungsmethoden, die von der etablierten Schulmedizin abweichen bzw. diese gar ersetzen wollen. Ein weiterer Unterschied ist der wissenschaftliche Nachweis der Wirksamkeit, der für viele Naturheilverfahren im Gegensatz zu den alternativmedizinischen Heilverfahren erbracht wurde. Bei einigen Heilverfahren ist die Klassifizierung umstritten, so bei der Heileurythmie (Tanztherapie) und der Aromatherapie.

Phytotherapie

Die Phytotherapie erhält in Deutschland einen zunehmend größer werdenden Stellenwert. Der Begriff der Phytotherapie beschreibt den Einsatz pflanzlicher Wirkstoffe zur Behandlung von Krankheiten. Über die Hälfte aller Ärzte wenden zumindest gelegentlich pflanzliche Präparate an. Rund 80 % der Bevölkerung sind diesem Naturheilverfahren gegenüber aufgeschlossen. Für die offizielle Zulassung eines pflanzlichen Präparates als Arzneimittel muss die Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit ebenso überprüft und nachgewiesen werden wie für chemische Arzneimittel. Wurden diese Nachweise erbracht, finden die Präparate oft Eingang in die medizinisch anerkannte Arzneitherapie und somit auch in die Schulmedizin.

Viele pflanzliche Arzneimittel oder daraus isolierte Reinstoffe haben eine lange Geschichte in der Anwendung als Heilmittel, so zum Beispiel Opium und Acetylsalicylsäure. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass aktuell 80 % der Weltpopulation die Pflanzenheilkunde für einige Bereiche der grundlegenden medizinischen Betreuung einsetzt. Für einen großen Teil der Weltpopulation, von der die Hälfte mit weniger als 2 Dollar pro Tag auskommt, sind Medikamente sehr teuer. Im Vergleich dazu kann man in der Pflanzenheilkunde auf Produkte der Natur zurückgreifen, die weniger oder sogar nichts kosten.

Aromatherapie

Der Begriff Aromatherapie kennzeichnet die kontrollierte Verwendung ätherischer Öle, die Körper, Geist und Seele positiv beeinflussen und so zur Gesundheit beitragen sollen. Die Aromatherapie kann als Teil der Phytotherapie, und damit als Naturheilverfahren, oder aber als alternativmedizinische Methode angesehen werden. Per Gesetz sind in Deutschland Aromatherapeuten Personen, die im Besitz der Erlaubnis zur beruflichen Ausübung der Heiltätigkeit sind, also Ärzte und Heilpraktiker.

Die Verwendung von Duftstoffen in einer Form, die zur Aromatherapie zu zählen ist, ist in Privathaushalten längst üblich, so zum Beispiel in Form von Zusätzen von Eukalyptus oder Lavendel in Erkältungsbädern oder Massageölen. Ätherische Öle sind freiverkäuflich und von jedem anwendbar.

Dennoch birgt die Aromatherapie Gefahren. Ätherische Öle müssen sorgfältig dosiert werden, denn es können sowohl Nebenwirkungen als auch toxische Erscheinungen auftreten. Vor allem bei Kindern, Schwangeren und geschwächten Personen sollte man mit der Anwendung ätherischer Öle, beispielsweise bei Erkältungen, sehr vorsichtig sein. Unverdünnte ätherische Öle können auf empfindlicher Haut zu Reizungen oder gar Verätzungen führen. Bei Kleinkindern sollte auf die Anwendung ätherischer Öle verzichtet werden. Aromaöle sind zudem potenziell allergen, können also allergische Reaktionen hervorrufen.

Eurythmie

Unter dem Begriff Eurythmie versteht sich eine expressive Tanzkunst, die Anfang des 20 Jahrhunderts auf Anregung von Rudolf Steiner entstand. Kombiniert mit alternativmedizinischem Fachwissen wird sie von Anthroposophen auch therapeutisch angewendet und dann als Heileurythmie bezeichnet.

In der Heileurythmie wird eine Erkrankung als Störung der leiblichen, seelischen und geistig-individuellen Ebenen des Menschen betrachtet. Gezielte Bewegungsübungen sollen die gestörten Bereiche wieder in ein harmonisches Gleichgewicht bringen. Hintergrund ist eine ganzheitliche Betrachtung des Menschen, die davon ausgeht, dass körperliche Erkrankungen oft seelische Ursachen haben und seelische Störungen organisch bedingt sein können. Heileurythmie kann beispielsweise angewendet werden bei akuten, chronischen oder degenerativen Erkrankungen des Nervensystems, des Herz-Kreislaufsystems, des Stoffwechselsystems und des Bewegungsapparates. Die Heileurythmie gilt als unbedenklich.

Lydia Köper

04.03.11

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