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Königsweg der Neurodermitis-Behandlung: Stratifizierung

Neurodermitis hat viele Gesichter. Die Therapieansätze und Behandlungsstrategien sind so unterschiedlich wie die Erscheinungsformen und Krankheitsverläufe des atopischen Ekzems selbst. „Jeder Neurodermitiker ist anders“, sagt auch der Bonner Dermatologe Thomas Bieber. In einem Vortrag beim Forum Haut des Deutschen Allergie- und Asthmabunds e. V. im Juni in Bonn sprach sich der Direktor der Dermatologie am Bonner Universitätsklinikum für eine grundsätzliche Stratifizierung der Behandlung aus.

Stratifizierung ist derzeit ein häufig genanntes Schlagwort der personalisierten Medizin und heißt: auf den Patienten mit seinen persönlichen Merkmalen zugeschnitten. Prof. Dr. med. Thomas Bieber fasst den Begriff in Bezug auf die Behandlung der atopischen Dermatitis etwas anders. Er meint damit die Einteilung der Krankheit in ihre diversen Erscheinungsbilder, die dann als eigene Krankheiten getrennt aber parallel behandelt werden. Statt von einer Erkrankung, der Neurodermitis, spreche man künftig von vier Erkrankungen der Haut: der Xerose (sehr trockene Haut), der Barriere-Störung, der erhöhten Durchlässigkeit für Allergene und Reizstoffe und dem Juckreiz. Bisher würden diese Krankheitskomplexe der atopischen Dermatitis nur als Symptome behandelt. Von der strikten Differenzierung verspricht sich Bieber dagegen gezieltere Forschungsansätze und damit wirkungsvollere Therapien.

Generell hohe IgE-Werte

Die atopische Dermatitis sei sowohl eine Hauterkrankung als auch eine immunologische Erkrankung, sagte der Direktor der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie des Universitätsklinikums Bonn. Beide Krankheitskomplexe erforderten voneinander unabhängige Therapien. Die Behandlung der Haut fasse man derzeit unter dem Begriff „Basistherapie“ zusammen, nicht zu verwechseln mit „Hautpflege“, wie der Mediziner betonte. „Das hat nichts mit Kosmetik zu tun.“ Der Immunreaktion begegne man mit anti-entzündlichen Therapien. Unbehandelt sei die chronische Entzündung ein Katalysator für weitere Entzündungen und Allergien. „Neurodermitiker haben generell hohe IgE-Werte“, sagte Prof. Bieber. „Im Verlauf der Krankheit entwickeln viele Patienten Heuschnupfen, Allergien und Asthma.“

Schon deshalb reiche es nicht, nur „Schübe“ zu behandeln, die Haut sei vielmehr ganzheitlich zu stärken. Dann blieben auch die Schübe mit der Zeit ganz aus, sagte Prof. Bieber, der selbst Neurodermitiker ist, und zwar beschwerdefrei.

Quelle: Allergikus 3/2012

28.11.12

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