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Neurodermitis-Forschung: Botenstoff beeinflusst Hautbarriere

Neurodermitis ist eine Volkskrankheit. In Deutschland und in fast allen westlichen Industrieländern sind etwa zehn bis 20 % der Kinder und 3 % der Erwachsenen von der entzündlichen Hauterkrankung betroffen. Aachener Forschern ist es jetzt gelungen, den Zusammenhang zwischen den Botenstoffen, die bei Neurodermitis in der Haut freigesetzt werden und der Schädigung der Haut besser zu verstehen. Das berichtet das Universitätsklinikum Aachen (UKA).

Wissenschaftler der Arbeitsgruppen von Prof. Dr. rer. nat. Bernhard Lüscher am Institut für Biochemie und Molekularbiologie und von Prof. Dr. med. Jens Malte Baron an der Aachener Hautklinik zeigten, dass Interleukin 31 Einfluss auf die Entstehung der Krankheit hat.

Einfluss auf das Zellwachstum

Interleukin 31 ist ein Botenstoff der Zellen des Immunsystems, der in Hautgewebe und Blut von Neurodermitis-Patienten nachweisbar ist. Es gehört zur Gruppe der Zytokine. Das sind Proteine, die u. a. das Zellwachstum regulieren. War die Wissenschaft bislang davon ausgegangen, dass Interleukin 31 den Juckreiz bei Neurodermitis fördert, konnten die Aachener Forscher in komplexen Zellkultursystemen nachweisen, dass der Botenstoff auch die Ausbildung einer funktionierenden Hautbarriere verhindert. „Freigesetzt wird Interleukin 31 durch verschiedene Mechanismen. Wie UV-Licht und Zellstress die Bildung von Interleukin 31 anregen, haben unsere Arbeitsgruppen gerade untersucht“, erklärt Prof. Baron. „Noch größeren Einfluss auf die Freisetzung von Interleukin 31 in der Haut haben aber Allergene, die durch die verringerte Barrierefunktion leichter eintreten.“ Interleukin 31 lässt außerdem auch irritierende Fremdstoffe im Zellkulturmodell der Haut leichter passieren.

Die Aachener Wissenschaftler erhoffen sich von ihren Untersuchungen, weitere Erkenntnisse zur Behandlung von Neurodermitis. „Ich könnte mir z. B. vorstellen, den Patienten über Spritzen oder Infusionen Antikörper-Therapien gegen Botenstoffe wie Interleukin 31 zu verabreichen“, meint Prof. Baron. Eine rein topische Therapie greife seiner Meinung nach zu kurz.

Quelle: Allergikus 2/2012

04.11.12

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